Erstes Schülerparlament in Bargteheide

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Während der ersten Sitzung trafen sich alle Klassensprecher in der Kuhle der Schule Foto: Schlie

Am Kopernikus Gymnasium vertreten jetzt 80 Klassensprecher 900 Schüler

Von Christina Schlie
Bargteheide
Gelebte Mitbestimmung: Am Kopernikus Gymnasium (KGB) wurde das erste Schülerparlament gegründet. Ein Jahr lang hat eine Gruppe engagierter Schüler an der neuen Struktur einer Schülervertretung gearbeitet. „Die Idee kam von den Schülern selbst“, sagt Vertrauenslehrer und Organisator Hauke Seiler. Und weiter: „Die bisherige Schülervertretung wurde als intransparent und uneffektiv empfunden.“ Herausgekommen ist ein zehn Seiten langes Statut, gespickt mit Paragraphen und Vorgaben. Doch ob ein Konstrukt aus festen Regeln in einer Schule auf Gegenliebe stößt? „Wir brauchen feste Strukturen. Bislang war nie klar, wer welche Aufgaben übernimmt und wo man überhaupt mitbestimmen darf“, sagt Florim, der erste gewählte Präsident des Schülerparlaments. Das soll jetzt alles anders werden. Jede Stimme zählt, lautet die Grundlage des neuen Schülerparlaments. Die aus dem Klassenverbund heraus gewählten Klassensprecher bilden das neue Schülerparlament. Am KGB sind das gut 80 Klassensprecher, die dort stellvertretend für 900 Schüler agieren. „Ihr seid die Delegierten eurer Klassen, seid euch dieser Verantwortung bewusst“, sagt Seiler zur Eröffnung der ersten Sitzung. Die Mitglieder des Schülerparlaments wählen für jedes Schuljahr einen neuen Präsidenten und einen Schülersprecher. Der Präsident hat die Aufgabe, die Sitzungen zu moderieren und eng mit dem Parlament zusammenzuarbeiten. Der Schülersprecher, die Exekutive – das ausführende Amt – trifft sich mit der Schulleitung und bespricht die von dem Schülerparlament erarbeiteten Themen. Daneben gibt es als zentrales Element der neuen Satzung themen- und fachbezogene Ausschüsse.

Mitbestimmung soll gelebt werden


„Wenn der Wunsch nach mehr Fahrradständern geäußert wird, wäre das ein Thema für den Ausschuss“, erklärt der Vertrauenslehrer. In die Ausschüsse kann sich jeder Schüler einbringen und mitbestimmen. Bislang galt häufig der Grundsatz, wer cool ist, kann bestimmen, sagt Seiler. „Wir brauchen aber keinen elitären Bestimmer-Kreis“, so der Lehrer. Dies hat sich mit der neuen Regelung durchgesetzt. Am KGB soll so zukünftig wirkliche Mitbestimmung gelebt werden. Juristisch wurde das Statut vom Rechtskundelehrer der Schule – einem Rechtsanwalt – begleitet und unterstützt. Schulleiterin Brigitte Menell zeigt sich erfreut über die Veränderungen. „Durch die neuen Vorgaben wird die Arbeit viel transparenter“, sagt sie. Die Erfahrung zeige, dass die Schüler ihrem Engagement konkrete Taten folgen lassen wollen. Durch die festgelegten Strukturen unterstütze die neue Satzung dieses Bedürfnis. „Dass alle sich in den Ausschüssen engagieren können, schafft größtmögliche Offenheit“, so die Direktorin.
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