Erziehung: Gewaltfreie Kommunikation statt Strafe

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Muss Strafe wirklich sein? Das größte Bedürfnis von Kindern ist das Zugehörigkeitsgefühl Illustration: thinkstock

Im Rahmen der Stormarner Kindertage zeigt Psychologin Hartmann Wege auf, wie Eltern mit kindlicher „Dickköpfigkeit“ umgehen können

Von Margret Pantelmann
Lütjensee
Jeder der Mutter oder Vater ist, hat die Situation bereits mehrfach erlebt. Das Kind möchte nicht das machen, was Mami oder Papi für richtig halten. Es folgt ein Disput, in dessen Folge die Worte fallen: „Wenn du das nicht machst, dann...“. Um diese Thematik drehte sich die zweistündige Veranstaltung mit dem Thema „Strafe muss sein! – Oder doch nicht?“, die im Rahmen der Stormarner Kindertage von der Kita „Lütje Lüüd“ aus Lütjensee organisiert wurde. Carola Hartmann, Individualpsychologin und Leiterin der Mutmach-Werkstatt Ahrensburg, führte durch den Abend. Sie setzt auf eine gewaltfreie Kommunikation: „Beim Zusammenleben von Eltern und Kindern wird es nicht ohne Reibung gehen.“ Hartmann zeigte auf, wie sich Eltern trotz kindlicher „Dickköpfigkeit“ dennoch Schimpfen und Strafen ersparen können und erläuterte Verhaltensweisen, um von Beginn an weniger Konflikte heraufzubeschwören. „Auch Vorwürfe können eine Strafe sein“, erklärte sie. Das Kind sei darauf angewiesen, sich eine Orientierung zu verschaffen. „Wenn wir auf die Welt kommen, ist das größte Bedürfnis das Zugehörigkeitsgefühl, dessen Entzug eine Strafe ist“, verdeutlichte Carola Hartmann. Und: „Strafe hat ihren Preis, Gegenschläge sind relativ sicher, denn das Zugehörigkeitsgefühl wird durch Strafe oft nachhaltig gestört.“ Sie rät, Familie nach den Prinzipien der Ermutigung und Demokratie zu gestalten, wenn es darum geht, mit Kindern in Frieden zu leben. Auch wenn dies in der Praxis sicherlich ein sehr ambitioniertes Vorhaben ist und oftmals nicht einfach umzusetzen ist, stieß der Vortrag durchaus auf eine breite positive Resonanz. Anja und Boris Scharf aus Lütjensee erhielten die erhofften Hinweise, „um konstruktiv in die richtige Richtung zu gehen“. Die Ahrensburgerin Wencke Nottmeyer konnte sich „nochmal selbst reflektieren“ und nahm neue Impulse mit in die häusliche Erziehung.

Weitere Infos: Die Mut-Mach-Werkstatt Ahrensburg
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