„Es ist ein Wettlauf“

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Helgo Haak mit einem Adventskranz vor dem Gemeindezentrum Foto: mso

Pastor Helgo Haak über Hektik im Advent und wie er Weihnachten feiert

Von Michael Schlosser
Ahrensburg
Aus der Tür des Gemeindezentrums an der Schlosskirche strömt der Duft von frischem Kaffee, die Tische im Saal füllen sich allmählich. Pastor Helgo Matthias Haak begrüßt die Gemeindemitglieder mit warmen Worten, die Vorfreude auf die Adventsfeier ist spürbar. Pastor Haak von der ev.-luth. Kirchengemeinde in Ahrensburg freut es, wenn er in die erwartungsfrohen Gesichter seiner Gemeindemitglieder schaut. „Gerade nach den dunklen Feiertagen im November sehnen wir uns danach, endlich das erste Licht am Adventskranz anzuzünden“. Und das spürt der Besucher, der dieser Adventsfeier beiwohnt. Die Andacht des Pastoren bewegt die Gemüter, danach gibt es Kaffee, selbstgebackenen Kuchen und Plätzchen. Es folgen weihnachtliche Lieder, Geschichten und Gedichte. Musikalisch wird das Ganze umrahmt von Saxofon und Flöte, „eine eher ungewöhnliche Mischung für Weihnachtslieder“, findet der Pastor. Die Geschichten und Gedichte werden vom Pastor oder den Besuchern selbst vorgetragen. Zwei Stunden später gehen die Gemeindemitglieder wieder ihrer Wege - zufrieden und glücklich. Pastor Haak selbst führt, nach dem Aufräumen des Saals mit einigen Helfern, noch einige Hausbesuche durch.

Hausbesuche und Feiern


„Es ist ein Wettlauf bis Weihnachten“, sagt Helgo Matthias Haak und meint damit die allgemeine Hektik in dieser Zeit. Er schließt sich dabei selbst nicht aus, denn auch der Pastor hat eine Menge zu tun. „Einmal im Monat finden die Gemeindenachmittage statt, im Advent sind dies natürlich Adventsfeiern. Vor ein paar Tagen hatten wir den Weihnachtsmarkt der Kirche, da war der Trubel besonders groß. Und dann sind ja auch noch die Gottesdienste zu gestalten. Hinzu kommen bei mir noch fünf Alten- und Pflegeheime, in denen ich für Gespräche zur Verfügung stehe“, erzählt Haak. Die Zeit vor den Weihnachtsfeiertagen ist stressig und schnelllebig. „Und dann kommt das Fest. Und schlagartig muss eine besinnliche Stimmung herrschen. Ob das funktioniert?“, fragt der Pastor. Er selbst verspürt eine große Vorfreude auf die Heiligabendfeier für Alleinstehende, die er gemeinsam mit seiner Frau ausrichtet. Zweimal lädt er an diesem Abend in die Kirche zur Andacht ein, es folgt dann diese besondere Feier für die Menschen, die sich an diesem Abend einsam fühlen. Um 23 Uhr wird dann die Feier zur Christnacht veranstaltet. „Bei und geht das, die Kinder sind groß und aus dem Haus, die sehen wir dann einen Tag später“, erzählt Pastor Haak. Die Empfänglichkeit der Menschen für einfühlsame und bewegende Worte macht Helgo Matthias Haak an der Jahreszeit fest. „Der November mit seinen Feier- und Gedenktagen sorgt dafür, dass die Gedanken der Menschen tiefergehend sind. Und auch die Lage in der Welt, wie kürzlich mit den Anschlägen in Paris, tut ihr übriges.“ Die Menschen seien froh, wenn endlich das erste Licht am Adventskranz angezündet werden kann. Und doch bleibt es bei diesem „Wettlauf. Dabei könnten sich die Erwachsenen von den Kindern abschauen, was Weihnachten bedeutet. Sie freuen sich über ein ganz einfaches Licht“, gibt Haak zu bedenken. „Wir Erwachsenen haben sehr hohe Anforderungen an Weihnachten“, fügt der Pastor hinzu.

Als Pastor gibt es keine Routine


Pastor Haak ist sich der wichtigen Rolle, die der Beruf mit sich bringt, durchaus bewusst. Und das gilt nicht nur für die Weihnachtszeit. Auch nach mehr als 30 Berufsjahren ist es für den Ahrensburger Kirchenmann immer noch eine Herausforderung, die richtigen Worte für die Andachten zu suchen: „Mein Beruf macht mir Freude. Eine Routine gibt es da nicht. Es wird in die Bibel geschaut, welcher Text dran ist und dann ist es auch sehr wichtig, zu wissen, wer vor einem sitzt und zuhört“, sagt er. „Aber ein Pastor ist ein glaubender Mensch wie andere auch und sollte sich nicht den Anschein geben, als wüsste er über den Himmel mehr als andere“, möchte er zu große und übertriebene Erwartungen bremsen. Wohl wissend, dass seine Worte in den Andachten die Menschen in der Weihnachtszeit doch noch etwas mehr berühren.
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