Es ist nicht vorbei

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Anselm Kohn, Gründer des Ahrensburger Vereins Foto: stb

Verein „Missbrauch in der Kirche“ initiiert

Ahrensburg Die Aufarbeitung ist noch lange nicht vorbei. Deshalb gründet Anselm Kohn einen neuen „Verein zur Aufarbeitung von Missbrauch in der evangelischen Kirche“. Der Initiator und Vorsitzender ist der Stiefsohn des ehemaligen Ahrensburger Pastoren, der sich in den 80er-Jahren an Jugendlichen, darunter auch seinen Stiefsöhnen, vergangen hatte. Elf Menschen fanden sich vor anderthalb Wochen zusammen, um den neuen Verein zu gründen. „Die Herstellung von Gerechtigkeit für Betroffene durch Aufklärung und Aufarbeitung“ sei die Aufgabe des Vereins, erklärt der Initiator. Zudem sollen durch die transparente Arbeit, ein Zeichen und Standards für andere Fälle gesetzt werden. Ziel sei es, eine Stiftung ins Leben zu rufen, die die Betroffenen finanziell und immateriell unterstützt. „Dafür brauchen wir möglichst breite gesellschaftliche Unterstützung“, sagt der Vorsitzende.
Der Verein sei dabei ein Weg, um die gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen, die ein einzelner Betroffener oftmals nicht bekommt, um in Dialog mit der Kirche treten zu können. Kohn hatte bereits 2010, nachdem der Fall an die Öffentlichkeit gelang, den Verein „Missbrauch in Ahrensburg“ initiiert. Dieser hatte sich jedoch aufgelöst. Fünf Jahre später, sei die Aufarbeitung „lange nicht bei allen Betroffenen angegangen“, meint Kohn. Die Aufarbeitung müsse weitergehen.
Der neue Verein wird auf den Kirchentagen mit einem Stand vertreten sein. „Das Thema muss nochmals bewusst im Herzen der evangelischen Kirche platziert werden“, erklärt der Wahl-Hamburger. Aufarbeitung und Prävention sind nicht nur für Anselm Kohn der richtige Weg mit der eigenen Lebensgeschichte umzugehen. „So kann ich Frieden schließen.“ Kontakt: a.kohn@missbrauch-in-ahrensburg.de oder Brief: A. Kohn, Postfach 76 06 40, 22056 HH. (stb)

Weitere Infos: www.der-ahrensburger-fall.de
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