Festes Domizil für Freundeskreis Flüchtlinge

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Ein Deutschkursus in den neuen Räumen des RuKis Foto: Olaf Jenjahn
 
Ulrike Borchert vor dem blauen Seminarraum Foto: Jenjahn

Ahrensburger Verein zieht in früheres Pastorat und weitet sein Angebot aus

Von Olaf Jenjahn
Ahrensburg
Die Zeit des „Herumirrens“ ist vorbei. Der „Freundeskreis für Flüchtlinge Ahrensburg“ hat nun offiziell sein festes Domizil in der Rudolf-Kinau-Straße 13-15 bezogen. Die Stadt Ahrensburg stellt dem Verein die Räume des ehemaligen Pastorats, das nun „RuKi“ heißt, kostenfrei zur Verfügung, die sie zuvor von der St. Johanneskirche erworben hatte. Für den ehrenamtlich tätigen Verein ist dies ein wahrer Segen, denn mehr als zwei Jahre musste er sich mit seinen Angeboten auf viele Orte innerhalb der Stadt Ahrensburg verteilen.
Seit dem 1. August organisiert der Verein die Flüchtlingshilfe am neuen Ort. „An fünf Tagen bieten wir vormittags und abends nun insgesamt elf Deutschkurse an. Hinzu kommen offene Angebote für Schüler am Nachmittag“, erzählt Ulrike Borchert-Klopp vom Koordinationsteam des Vereins. Die Flüchtlinge kommen hauptsächlich aus Afghanistan, Somalia, Eritrea sowie aus dem Iran und dem Irak. Nach ihrer Ankunft kann es bis zu einem Jahr dauern, ehe sie an staatlichen Maßnahmen, wie dem Sprach- oder Integrationskurs, teilnehmen können. Der Freundeskreis sorgt mit seinen mehr als 300 Helfern dafür, dass in dieser Zeit bereits die Grundlagen für eine erfolgreiche Integration gelegt werden.

20 Prozent werden nicht erreicht


„Erstes Ziel ist natürlich die Alphabetisierung. Viele Menschen die zu uns kommen, können die deutsche Sprache weder lesen noch schreiben, nicht sprechen oder verstehen. Dann bieten wir Vorkurse an, um den Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, Sprachkurse auf dem Level A1 überhaupt angehen zu können“, erzählt Ulrike Borchert-Klopp. Betreut werden die Flüchtlinge von rund 50 Lehrern und Hilfskräften sowie von mehr als 200 Paten. „So sind wir sehr nah dran an den Menschen, können schnell bei auftretenden Problemen reagieren“, sagt Borchert-Klopp. Dies gilt insbesondere für gesundheitlichen Probleme oder Amtsdinge. Die Bereitschaft der Neuankömmlinge ist groß, auch wenn klar ist, „dass wir rund 20 Prozent der Leute nicht erreichen“, sagt der Vereinsvorsitzende Axel Fricke. Das hat aber nicht immer etwas mit Verweigern zu tun, schließlich suchen viele Familien mit kleinen Kindern nach einer neuen Heimat. Oftmals lässt es die Rolle der Frau in der Familie mit vielen Kindern gar nicht anders zu. Zu den weiteren Angeboten gehören ein Englisch- und ein Computerkursus, um die Flüchtlinge so schnell wie möglich in Ausbildung, Arbeit und Beruf zu bringen. „Wir wollen die Träger in unsere Arbeit einbinden und auf beiden Seiten das Interesse füreinander wecken“, sagt Ulrike Borchert-Klopp. So startet am Freitag, 21. Oktober, in der Zeit von 16.30 bis 18 Uhr, eine Gesprächsreihe zu diesem Thema im „RuKi“. Monatlich sollen sich hier Menschen vorstellen, die bereits seit geraumer Zeit in Deutschland leben und sich erfolgreich eine Existenz aufgebaut haben. Das Angebot richtet sich an Geflüchtete, die bereits gut Deutsch sprechen können und Interesse an Ausbildung und Arbeit haben. Es geht Schritt für Schritt voran. Der „Freundeskreis für Flüchtlinge Ahrensburg“ kann sich nun mit den neuen Räumen des „RuKi“ besser organisieren und seine Arbeit intensivieren. „Die Flüchtlinge profitieren davon, die Organisation ist leichter, alles wird persönlicher und direkter. Wir hoffen natürlich, die restlichen 20 Prozent auch noch zu erreichen“, sagt Axel Fricke.
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