Förderverein gegründet

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Weniger Geld für Stormarner Werkstätten. Ahrensburger werden selbst aktiv

Weniger Geld für Stormarner Werkstätten. Ahrensburger werden selbst aktiv

Von Finn Fischer
Ahrensburg. Der Wert einer Gesellschaft misst sich am Umgang mit ihren schwächsten Mitgliedern. Bei den Stormarner Werkstätten erhalten Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen berufliche Bildung, feste Tagesabläufe und leisten im Rahmen der Beschäftigungsangebote ihren gesellschaftlichen Beitrag. Finanziert werden die Angebote durch staatliche Hilfen. Doch diese sollen reduziert werden.

Alarmierende Meldung

Die Koordinierungsstelle für soziale Hilfen (Kosoz) hat in den Nachbarkreisen bereits den Verpflegungssatz von 3,50 Euro auf 1,75 Euro gekürzt. Der Kreis Stormarn und damit die Stormarner Werkstätten in Ahrensburg sind bislang nicht betroffen. Dennoch alarmierten die Werkstatträte der Einrichtung, die von den Aufgaben her mit einer Gewerkschaft oder einem Betriebsrat vergleichbar ist, die Mitarbeiter und Bewohner mit einem Flyer über die Situation in benachbarten Einrichtungen. „Die Kosoz hält eine Versorgung auf wesentlich niedrigeren Niveau für ausreichend“, sagt Frank Michaelsen, Leiter der Stormarner Werkstätten in Ahrensburg. Er macht aber deutlich: „Wir können uns bislang nicht beklagen. Wir wissen aber auch nicht, was in Zukunft auf uns zu kommt.“

Wer hilft?

Um der Situation entgegenzusteuern, haben die Mitarbeiter der Stormarner Werkstätten in Abstimmung mit dem Elternbeirat nun einen Förderverein gegründet.Damit soll das bisherige Angebot für die Bewohner und Mitarbeiter ausgebaut oder zumindest aufrecht erhalten werden. Über diesen Weg haben die Bürger die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Wer den Förderverein mit einem Mindestbeitrag pro Jahr 24 Euro unterstützen möchte, kann sich bei Frank Michelsen unter Tel.: 04102/48 60 melden.
Nur mit finanzieller Hilfe können etwa Bildungsfreizeiten finanziert werden. „Die Menschen hier reden von den Freizeiten noch nach Jahren. Das ist für viele eine große Sache“, sagt Siart Bajrami, der sich im Werkstattrat für seine Kollegen einsetzt. Sowohl die Bildungsangebote als auch die Arbeit ist für die meisten Behinderten ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Bajrami: „Die Werkstätten sind für sie ein unglaublich wichtiger Ort.“ Der freie Arbeitsmarkt könne das nicht leisten.
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