Frust beim Bahnhofsumfeld Bargteheioe

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Dorothea Bueschler wollte die Vorschläge des Abends auf sich wirken lassen. Die 16-jährige Schülerin des Eckhorst Gymnasiums wünscht sich mehr Grün rund um den Bahnhof Foto: cs
 
Gut 50 Interessierte diskutierten beim Stadtdialog zum Thema Bahnhofsumfeld Foto: cs

Stadtdialog: Analysen der Planer beruhen auf falschen Voraussetzungen

Von Christina Schlie
Bargteheide
Es war das erste Mal, dass die Stadt Bargteheide zu einem thematischen Stadtdialog aufgerufen hatte. Die Gestaltung des „Bahnhofsumfeldes“ stand zur Diskussion. Gut 50 Interessierte waren motiviert, teils auch skeptisch ins Ganztagszentrum gekommen. Zu Beginn des Abends stellten die von der Stadt beauftragten Büros SBI und ML Planung eine Grundlagenanalyse zur Parkplatzsituation sowie mögliche perspektivische Ansätze zur Lösung vor. Unglücklich daran war, dass diese auf falschen Voraussetzungen beruhten und somit nicht mehr aktuell waren. Die ermittelten Werte gingen noch von dem Ausbau der Bahnstrecke und von einem zusätzlichen dritten Gleis in Bargteheide aus. Dieses Projekt wurde aber bereits vor Monaten gekippt. Nach den Werten der Planungsbüros fehlten zukünftig gut 400 PKW-Parkplätze sowie weitere 600 Plätze, um Fahrräder unterzustellen. Auch die Teilnehmer hatten sich vorbereitet, brachten Skizzen und schriftlich formulierte Vorschläge mit. Sie erhoben deutliche Kritik an der mangelhaften Bedarfsabschätzung der Planungsbüros. „Interessant, dass es bei der Gestaltung des Bahnhofsumfeldes nur um Parkplätze geht, die dann auch noch auf veralteten Grundlagen basieren“, kritisierte Angelika Schildmeier, Teilnehmerin des Workshops. Der Bau oder Nicht-Bau von PKW-Parkplätzen wurde das abendbestimmende Thema. Wie viele Parkplätze braucht Bargteheide? Was ist zumutbar und zugleich realistisch in der Nutzung? P+R Plätze ja, vor der eigenen Haustür aber bitte nicht. Sind 400 Meter Entfer-nung zwischen Parkplatz und Bahnhof zu viel? Die Bargteheider sagen nein, die Planer aus ihrer Erfahrung heraus ja. Auf dem Grundstück neben dem Senioren-dorf, dort wo die neue Feuerwehrwache entstehen soll, wäre Platz für 150 Parkplätze. Für den Bau einer P+R Anlage auf der Ostseite der Bahn sind die baurechtlichen Voraussetzungen bereits seit 2003 geschaffen. Dass bedeutet, in der Straße An den Stücken könne ein zweigeschossiges Parkdeck entstehen. Befürchtungen, weitere Parkmöglichkeiten würden zusätzliche Pendler und somit verstärkten Verkehr in die Stadt locken, wurden laut. Besser sei es, mit überdachten Fahrradstellflächen Anreize zu schaffen, mit dem Rad zum Bahnhof zu kommen, so ein weitere Teilnehmerin. „Das Gebiet um den Bahnhof sollte ein Identifikations- und Begrüßungsplatz werden“, schlug der Bargteheider Dirk Ollroge vor. Vorhandene Achsen zwischen einzelnen Stadtvierteln sollten besser ver-bunden und herausgearbeitet werden. Notiert wurden ebenfalls Themen wie Wohnungsbau, Klima- und Lärmschutz sowie Inklusion. Ende April widmete sich der Stadtentwicklungsausschuss den Ergebnissen. Auf ein zweites Treffen der Dialoggruppe, wie es von den Anwesenden gefordert wurde, wollte sich der erste Stadtrat Claus Christian Claussen nicht einlassen. Claussen: „Ich kann nichts zusagen, wo Gremien Beschlüsse fassen müssen.“ Politik und Verwaltung seien aber offen für weitere Vorschläge und die Teilnahme an Ausschüssen jederzeit möglich. Eine Fortsetzung des Konzeptes Stadtdialog wurde von allen Seiten begrüßt.
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