Für bessere Luft

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Der Verkehr trägt mit 20 Prozent erheblich zum Energieverbrauch der Stadt Ahrensburg bei Foto: Bandemer

Ahrensburg arbeitet an Klimaschutzkonzept. Anstieg der Mehrkosten

Von Stella Bandemer
Ahrensburg
Um die Auswirkungen der globalen Erderwärmung zu lindern, müssen auch die Kommunen mitanpacken. Die Stadt Ahrensburg soll seine CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent reduzieren. Dies ist das Ergebnis des rund 120 Seiten umfassenden Klimaschutzkonzepts, das die Firma bofest consult im Auftrag der Stadt Ahrensburg September vergangenen Jahres veröffentlichte. Nun beginnt die Stadt die darin vorgeschlagenen Maßnahmen in die Tat umzusetzen. „Die Kommunen nehmen freiwillig an den Bemühungen zum Klimaschutz teil“, sagt Heinz Baade, Projektleiter der Stadt. Zum Endenergieverbrauch der Stadt Ahrensburg im Jahr 2013 trugen der Bereich Wirtschaft (49 Prozent), Haushalte (21 Prozent) und Verkehr (20 Prozent) maßgeblich bei. Den Rest des Endenergieverbrauchs von 10 Prozent teilen sich industrielle Prozesse, die kommunale Verwaltung, Abwasser und Abfall, die Landwirtschaft sowie flüchtige Emissionen. Den größten Handlungsbedarf für die Stadt Ahrensburg, um seine CO2-Emissionen zu mindern, sieht Baade bei der Raumwärme von gewerblichen und privaten Gebäuden: „Noch immer wird zu viel Energie verschwendet, weil die Gebäude einen schlechten Wärmeschutz haben.“ Zudem sei das Gewerbe für die Hälfte des Energieverbrauchs verantwortlich. Der Stromverbrauch solle hier laut Baade dringend reduziert werden. Baade fügt hinzu, dass auch im Bereich Verkehr Handlungsbedarf besteht: „Gerade in Ahrensburg ist die Anzahl der „Riesen-Autos“ sehr groß – diese haben einen enorm hohen Treibstoffverbrauch.“ Kleine Entfernungen sollten alternativ beispielsweise mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Gutachter Volker Broekmans und sein Mitarbeiter Michael Liesener von bofest consult schlagen vor, auf Trainings für sparsames Fahren hinzuweisen und alternative Verkehrsmittel wie Fahrräder stärker zu fördern. Zudem könnte Carsharing, also das gemeinschaftliche Nutzen von Autos, oder Elektro-Autos durch das Installieren einer Elektrozapfsäule unterstützt werden. Im Bereich Wirtschaft könnten Info-Kampagnen über Einsparungspotentiale und die ökologische Modernisierung eines bestehenden Gewerbegebiets Maßnahmen sein. Die kommunale Verwaltung soll dafür sorgen, dass Themen wie Umweltschutz und Energieeffizienz stärker wahrgenommen werden. Zu weiteren Schritten zählt zudem das Anstellen eines Klimaschutzmanagers, der für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen zuständig ist. „Der Klimaschutzmanager wird voraussichtlich im nächsten Jahr sein Amt antreten können“, sagt Baade. Insgesamt kostet die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes mit 125.000 Euro etwas mehr als zunächst veranschlagt (113.350). Zwar stellt der Bund einen Zuschuss von 65 Prozent des Gesamtbetrags zur Verfügung, doch herrscht immer noch Unstimmigkeit darüber, wie hoch die Mehrkosten eigentlich sind. In der Stadtverordnetenversammlung wurde auf einen Kostenanstieg von rund 70 Prozent hingewiesen. Beschlossen wurde erst einmal der Zuschuss von 12.000 Euro.
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