Gegen „Fracking“

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Grafik: Silvia Kühn/Thinkstock

Verwaltungschefs warnen vor Technologie

Von Andreas Willkommm
Trittau. Die Kommunalpolitiker wehren sich gegen Pläne für sogenanntes Fracking (von eng. fracture, aufreißen), eine umstrittene Methode zur Energiegewinnung, auf dem „Schwarzenbeker Feld“. Die Verwaltungschefs von Trittau, Großensee, Grande, Witzhave, Hamfelde und Rausdorf verfassten jetzt eine Eingabe an das Kieler Umweltministerium. „Der Amtsausschuss hat sich einstimmig für die Resolution entschieden“, sagt Amtsvorsteher Ulrich Borngräber. „Fracking ist eine Risikotechnologie, die wir ablehnen. Wir fordern unsere Landesregierung auf, sich um eine Änderung des Bergrechtes zu bemühen, die Länder und Gemeinden müssen in solche Prozesse intensiver eingebunden werden.“ Ohne die Betroffenen anzuhören, erteilte das Bergbauamt der kanadischen Firma PRD Energy die Erlaubnis auf dem 702 Quadratkilometer großen Feld seismische Messungen durchzuführen. So kann die Erdgasmenge ermittelt werden. Gibt es genug, kann der Rohstoff mittels Fracking gewonnen werden. Nachdem ein mehrere tausend Meter tiefes Bohrloch errichtet wurde, wird unter Druck Wasser ins Erdinnere gepumpt. Dadurch entstehen Gesteinsrisse, die das Erdgas frei setzen. Da die Bohrungen durch die Grundwasserschicht gehen, befürchten die betroffenen Gemeinden Grundwasserverschmutzung und erhöhte Gefahr von Erdbeben. Trittaus Bürgermeister Walter Nussel: „Fracking ist mit erhöhtem Gefahrenpotenzial für Mensch und Natur verbunden. Bis diese Gefährdung nicht ausgeschlossen ist, darf es nicht angewendet und muss verboten werden.“
Wolfgang Apel, Bargteheider Wissenschaftler, sagt dagegen: „Erdbeben sind bei Rohstoffgewinnung normal. Die Stärke überschreitet 2,5 bis 3 auf der Richterskala nur sehr selten und ist somit gefahrlos. Die Überwachungsmaßnahmen wurden erheblich verbessert und geben keinen Anlass zur Sorge.“
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