Gemeinde Trittau: Kita-Neubau sorgt für Zoff

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Um den Bebauungsplan Nummer 8, den Neubau einer Kindertagesstätte, wird kontrovers diskutiert Foto: wb

Diskussion um Standort und Verkehrsanbindung

Von Olaf Jenjahn
Trittau
Im Februar hat die Trittauer Gemeindevertretung beschlossen, im Gebiet südwestlich des Goetherings, Schillerstraße, Lessingstraße eine Kindertagesstätte zu errichten. Die Verantwortlichen der Gemeinde Trittau sahen offensichtlich einen wichtigen Grund, zu einer Bürgerinformationsveranstaltung einzuladen, die am vergangenen Donnerstag stattfand. „Die Veranstaltung war gut besucht, ich habe einen großen Unmut und massiven Widerstand gegen die Pläne ausgemacht“, sagte Bürgermeister Oliver Mesch. Hauptargumente gegen den Bau der Kita sind die verkehrliche Anbindung sowie die Möglichkeit eines
alternativen Standortes. Trittau hat derzeit mehr als 8.600 Einwohner und gehörte in den vergangenen fünf Jahren zu den Gemeinden in Schleswig-Holstein, die am schnellsten gewachsen sind. „Wir müssen bedarfsgerecht planen. Im Bereich der Krippenplätze gibt es Engpässe, der Bedarf ist hier groß. Im Elementarbereich sieht es dagegen noch gut aus. Doch auch das wird sich schnell ändern“, sagt Mesch. Deshalb ist der Neubau einer Kita mit insgesamt 100 Plätzen unabdingbar. Die Pläne dafür wurden in der Bürgerinformationsveranstaltung in der Gemeindeverwaltung von Detlev Stolzenberg, freier Architekt und Planer aus Lübeck, vorgestellt. Meist diskutiert wurden die Verkehrsanbindung und die Standortwahl. „Mehrere Standorte waren in der Auswahl, am zügigsten ist der Bau einer Kindertagesstätte in diesem Areal umzusetzen“, sagt Bürgermeister Mesch. Auch der Sozial-, Sport- und Kulturausschuss sieht das so. Bedenken, dass die Immobilien in ihrem Wert an diesem Standort durch den Bau der Kita fallen, teilt der Bürgermeister nicht: „Ich sehe es so, dass es für die Infrastruktur in unserer Gemeinde von Vorteil ist und wir für junge Familien interessanter werden.“ Der Spiel- und Bolzplatz, der sich jetzt noch dort befindet, wird nicht verschwinden sondern lediglich verlagert. Auch zu den Bedenken, die Verkehrsbelastung könne in dieser Straße noch weiter „ausgereizt“ werden, äußerte sich Mesch: „Wir rechnen mit jeweils 80 Hol- und Bringebewegungen pro Tag, das sind 320 Fahrten. Sollte der Verkehr derart stark werden, müssen wir überlegen, ob wir nicht eine Zufahrt über die Hamburger Straße ermöglichen“. Mesch verspricht: „Wir werden die Planungen transparent gestalten und auf die Leute zu gehen.“ So möchten er und die Verantwortlichen auch Aufklärungsarbeit betreiben und Meinungen entkräften, die aufgrund eines kursierenden Flugblattes geschaffen wurden. Hier wurde von einer Kita mit 250 Kindern und 500 Autos am Tag geschrieben.
„Wir werden alle Bedenken sehr ernst nehmen und diese im Planungsausschuss im Mai diskutieren“, sagte Oliver Mesch.
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