Gestellte Massenkarambolage

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Eine Massenkarambolage wurde inszeniert: 214 Feuerwehrleute sowie 118 weitere Einsatzkräfte arbeiteten über drei Stunden daran, das Chaos unter Kontrolle zu bringen. Foto: cs

Feuerwehr inszenierte beim Rettungstag tragischen Unfall

Von Christina Schlie

Bargteheide. Die Straße ein Trümmerfeld: Mehrere Fahrzeuge haben sich ineinander verkeilt, die Rettungskräfte versuchen blitzschnell die Verletzten zu versorgen. Vergangenen Sonnabend kam es auf dem Backring-Gelände zu einer riesigen Massenkarambolage. 80 Fahrzeuge, 40 Verletzte und über 200 Rettungskräfte waren bei der inszenierten Katas-trophe im Einsatz. Sieben Monate haben die Mitarbeiter der Feuerwehr dies vorbereitet, geplant und oganisiert. Der verheerende Unfall im vergangenen Jahr auf der A 19 nahe Rostock, ausgelöst durch einen Sandsturm, sollte so simuliert werden. „Das ist die größte Übung, die hier bislang realisiert wurde“, sagt Pressewart Frank Westerwald. Nachdem die Mannschaft der Feuerwehr um Sven-Arne Werner und Michael Schermer in den vergangenen Jahren bereits Rettungstage zu den Themen Lkw- und Busunfälle veranstaltet hatte, legte man die Latte in diesem Jahr noch ein ganzes Stück höher. Zusammen mit den Wehren der umliegenden Gemeinden und zahlreichen Rettungskräften waren die Helfer mit einer Notsituation konfrontiert, bei der die Sicht geringer war als fünf Meter. 70 Pkws, sieben Lkws und ein Reisebus waren verwickelt. Die nachgestellte Szenerie mussten realitätsnah abgearbeitet werden.

80 Fahrzeuge, 40 Verletzte und über 200 Rettungskräfte waren be der inszenierten Massenkarambolgae im Einsatz.
„Wir üben hier unter sehr realistischen Bedingungen“, betonte Tom Reher von der Feuerwehr. Von den 40 Verletzten, allesamt Statisten, waren 15 Personen eingeklemmt und mussten nach ihrer Rettung von einem Sanitäter-Team in der eigens dazu aufgeschlagenen „weißen Zone“ versorgt werden. Viele brauchten aufgrund ihres Zustandes psychologische Betreuung.
Für die Organisations- und Koordinationsmannschaft sind gerade so schwere, große Einsätze eine besondere Herausforderung.
Neben einsatztaktischen Dingen und der wehrübergreifenden Zusammenarbeit lag die Herausforderung diesmal darin, neue technische Ansätze zur Abarbeitung solcher Massencrashs kennenzulernen. Dazu gehörten schlauchlose, leistungsstarke Hydraulikgeräte, robuste Tablet-PCs mit Fahrzeugrettungskarten und Gefahrstoffdatenbanken, Einsatzstellenüberwachung mit ferngelenkten Drohnen und vielem mehr. All dies, ebenso wie die zahlreichen zur Verfügung gestellten Schrottfahrzeuge, sei nur möglich, Dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren, betone Michael Schermer. Neben einer großen Zahl von Zuschauern, die sich rund um das Gelände aufhielten waren auch Bürgermeister Dr. Henning Görtz und der ehemalige Finanzminister und jetzige CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Wiegand vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. (cs)
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