„Gordischer Knoten“ aufgelöst

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Bürgermeister Oliver Mesch erklärt den Plan anhand der Karte Foto: Maurer

Langwieriger Streit in Trittau beigelegt: Einzelhandel bekommt neue Strukturen

Von Birgit Maurer
Trittau
Gemeinsam verkündeten Bürgermeister Oliver Mesch und die Fraktionsvorsitzenden Sabine Paap (Grüne), Jens Hoffmann (CDU), Christian Winter (SPD) und Michael Amann (BGT) am vergangenen Freitag die große Lösung, um das Patt der Einzelhändler auf dem Schützenplatz zu lösen: Im Norden wird Famila den jetzigen Standort aufgeben und auf der Wiese neben dem Clean Park größer als bisher bauen. Edeka Süllau bebaut das Meiereigelände. Markant und Aldi gehen dafür gemeinsam ans Südende des Ortes in die Hamburger Straße und bauen auf einer Wiese kurz hinter dem Mühlenstraßenkreisel. „Es beendet den Stillstand in der Ortsmitte“, zeigt sich Bürgermeister Oliver Mesch sichtlich über die sonst nicht übliche Bereitschaft aller Fraktionen, hier einen Konsens zu finden, erleichtert. „Die Neuordnung durchschlägt den gordischen Knoten, alle Parteien stehen hinter dem Gesamtkonzept“, sagt Mesch.

Planung stagnierte


Seit Jahren kam die Planung nicht voran. 2009 wurde das erste Mal das Konzept eines Hamburger Investors für die Bebauung des Schützenplatzes vorgestellt. Proteste der Bürger und viele Streitigkeiten mit und auch innerhalb des Schützenvereins und im Gemeinderat folgten. 2013 stieg Bela, das Unternehmen betreibt die Famila-und Markant-Märkte, in die Planung ein, kündigte an, dort einen Markantmarkt bauen zu wollen. Der bestehende B-Plan 6B war baureif, wurde jedoch nicht umgesetzt, weil Günter Süllau das Gelände der Meierei kaufte und ankündigte, dort einen Edekamarkt anzusiedeln. Nach den Kommunalwahlen 2013 änderten sich die Mehrheitsverhältnisse und auch der B-Plan 22 D (Meierei) wurde aufgestellt. So entstand das Patt auf dem Schützenplatz. „Wir können den B-Plan 22 nicht entwickeln, wenn gleichzeitig der B 6B geplant wird. Das ist rechtlich nicht möglich“, erläutert Mesch. Jetzt ist man sich fraktionsübergreifend einig, „eine vernünftige Gesamtplanung für Trittau erreicht zu haben“, sagt Sabine Paap. „Wie Perlen an einer Schnur“ reihen sich nun die Einkaufsmöglichkeiten von Nord nach Süd durch den Ort, nicht zu vergessen auch die schon vorhandenen Discounter Penny und Lidl. Sowohl in Nachbarschaft zur 30.000 Quadratmeter Fläche des neuen Famila-Marktes an der Großenseer Straße, als auch rund um die Neubauten von Markant und Aldi an der Hamburger Straße, sind weitere Wohngebiete geplant.

Verträge rückabwickeln


Offen bleibt, was mit dem jetzigen Aldi und Edeka-Markt passiert. „Weiterer Einzelhandel würde sich nach einem vorliegenden Gutachten nicht rechnen“, sagt Mesch. Beim Schützenplatz bleibt nun alles wie es ist. Eventuell kommt auf Höhe der Schützenhalle Wohnbebauung in Betracht. Die schon geschlossenen Verträge zwischen der Gemeinde und Bela werden rückabgewickelt. Die Straße „Zur Mühlau“ baut die Gemeinde fertig. Es wird weiter auf größtmöglichen Konsens gesetzt: „Auch die beiden betroffenen Bauherren kooperieren. Die B-Pläne werden gleichzeitig fertiggestellt, so dass niemand einen Vorteil hat“, kündigt Mesch an. Das soll im nächsten Frühjahr soweit sein. Wann jeweils Baubeginn ist, sei jedoch Sache der Bauherren, nicht der Gemeinde. Zufrieden ist auch Bela: „Wenn alles so läuft, wie jetzt vorgeschlagen, werden wir die Gespräche mit der Stadt fortführen. Wenn der Kompromiss umgesetzt wird, werden wir auch auf die angekündigten Schadensersatzklage verzichten. Sobald Baurecht besteht, werden wir es zügig umsetzen“, kündigt Pressesprecherin Bärbel Hammer an. Verhaltene Freude herrscht seitens der Gewerbegemeinschaft Trittau: „Grundsätzlich freuen wir uns, dass der Stillstand beendet wird, aber wir wären gerne mehr in die Gespräche einbezogen worden. Die Standorte am Ortsrand halten wir für eine Schwächung der Ortsmitte. Einen weiteren Lebensmittelmarkt brauchen wir nach unserer Meinung nicht“, sagt die Vorsitzende Angelika Voss.
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