Grabungen an S4-Trasse

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Miriam Briel (r.) im Gespräch mit Ole Thorben Buschhüter (l.) und Tobias von Pein Foto: fnf

Politiker besuchten Archäologen, die im Tunneltal steinzeitliche Funde suchen

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Im Tunneltal schlummern steinzeitliche Schätze. Diese werden derzeit von einem Archäologen-Team an die Oberfläche befördert. Die Grabungen sind Teil des Planfeststellungsverfahren zur geplanten S4-Linie von Hamburg nach Bad Oldesloe. Die Archäologen haben Pfeile, Klingen, Speerspitzen aus Flintsteinen und Knochen entdeckt. Im Tunnetal sind unzählige Hinterlassenschaften steinzeitlicher Rentierjäger zu finden. „Dass es hier viele Artefakte zu entdecken gibt, ist schon lange bekannt“, sagt die archäologische Leiterin Miriam Briel, die seit ein paar Wochen ein großes Gebiet entlang der Bahnlinie mit ihrem fünfköpfigen Team untersucht.

„Es ist ein tolles Gefühl, etwas in der Hand zu halten, was von einem Menschen vor so langer Zeit gefertigt wurde.“ Miriam Briel

Fundstücke aus früheren Grabungen des Ahrensburger Archäologen Alfred Rust (1900–1983) belegten die weltweit erste Nutzung von Pfeil und Bogen zur Jagd – vor 12.000 Jahren. „Es ist ein tolles Gefühl, etwas in der Hand zu halten, was von einem Menschen vor so langer Zeit gefertigt wurde“, schwärmt Briel. „Es ist als würde man diese Person berühren.“

Dokumente für die Nachwelt gesammelt


Jetzt besuchten der Stormarner SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein und Ole Thorben Buschhüter, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, das Areal.
„Das besonders hohe Engagement der Archäologen zeigt, dass hier Dokumente für die Nachwelt gesammelt werden. Ich bin mir sicher, dass dieses Wissen über unsere Siedlungs- und Entwicklungsgeschichte für die Nachwelt gut festgehalten wird“, sagt Tobias von Pein. „So schreibt das verkehrspolitisch wichtige Zukunftsprojekt S4 schon jetzt Geschichte.“
Das Archäologen-Team unternimmt kleinflächige Grabungen, die maschinell als Baggerschnitt oder manuell als Schürfung oder Grabung angelegt werden. Hinzu kommen Bohrungen am Rand verlandeter Seen oder Toteislöcher. Alle archäologischen Maßnahmen werden im Auftrag der DB Netz AG in enger Kooperation mit der Bahn, den Naturschutzämtern und -verbänden sowie den Grundeigentümern durchgeführt.
„Durch die Voruntersuchungen bekommen wir weiteren Aufschluss über kultur- und naturhistorisch wichtige Abschnitte der Siedlungs- und Entwicklungsgeschichte unserer Region, die sonst wohl nicht oder erst bei späterer Gelegenheit zu Tage treten würden“, so Ole Thorben Buschhüter.

S4 soll Stormarn und Hamburg verbinden


Die Strecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe ist eine der am meisten befahrenen Pendlerstrecken rund um die Hansestadt. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 hat die Anzahl der Reisenden auf diesem Abschnitt um 50 Prozent zugenommen. Um den Weg in die Stadt, aber auch nach Schleswig-Holstein zu erleichtern, wird die S4 gebaut – für schnellere Verbindungen, weniger Umstiege und mehr Komfort.
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