Grundwasser in Ahrensburg verseucht?

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In einigen Proben privater Brunnen wurden deutlich erhöhte Nitratwerte festgestellt Foto: wb

Umweltschützer stellen bei Probe erhöhte Nitratwerte fest. „Nicht trinken!“

Ahrensburg Ist das Grundwasser in Ahrensburg verseucht? In mehreren Proben haben Umweltschützer deutlich erhöhte Nitratwerte festgestellt. Bei einer Veranstaltung vom Verein VSR-Gewässerschutz wurde Wasser aus 32 privaten Brunnen getestet. Teilweise überschreitet die Konzentration die zulässigen Grenzwerte um bis zu 100 Prozent. Die höchsten Belastungen entdeckten die Gewässerexperten in einem Brunnen in Ahrensburg: Hier lag der Wert bei 107 Milligramm Nitrat pro Liter – 50 sind nach der deutschen Trinkwasserverordnung erlaubt. Verschmutzte Brunnen auch in Bargfeld-Stegen (98 mg/l) und Siek (91mg/l) und ein weiterer in Ahrensburg (61 mg/l). VSR-Sprecher Dipl.-Phys. Harald Gülzow warnt: „Das Wasser ist nicht mehr zum Trinken geeignet.“ Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden könne. „Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen“, so der Umweltschützer. Von 32 Proben, die privat genutzten Brunnen entnommen wurden, überschritt jede fünfte die zugelassenen Höchstwerte an Schadstoffen. Größter Verursacher von Nitratbelastungen ist die Landwirtschaft durch Gülle und Düngemittel, die dann ins Grundwasser gelangen. Laut Bundesumweltministerium weisen in Schleswig-Holstein 50 Prozent der Flächen zu hohe Nitratbelastungen auf.

Dauerhafter Konsum gesundheitsgefährdend


Der dauerhafte Konsum von Wasser mit zu hohen Nitratwerten kann gesundheitliche Schäden verursachen. Nitrate können im Körper die Bildung von Nitrosaminen fördern, die in hohem Maße krebserregend sind. Schwerwiegende Folgen können Nitrate auch für schwangere Frauen und Kleinkinder haben. In der Umwelt werden hohe Nitartwerte mit starker Algenbildung in Gewäsern und daraus resultierendem Fischsterben in Verbindung gebracht. Die gemessenen viel zu hohen Nitratkonzentrationen zeigen in der Landwirtschaft einen deutlichen Handlungsbedarf, um die bereits 1991 aufgestellte EU-Nitratrichtlinie einzuhalten. Für eine Stellungnahme zu den in den Ahrensburger Proben entdeckten Überschreitungen der Grenzwerte war das Landratsamt des Kreis Stormarn am Freitag nicht erreichbar. (fnf)
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