„Günstiger wohnen“

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Tobias Koch (CDU) vor einer der Flächen, wo günstige Wohnungen entstehen könnten Foto: fnf

CDU Ahrensburg startet Vorstoß im Bauausschuss

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Der Quadratmeterpreis für kleinere bis mittlere Wohnungen liegt in der Schlossstadt bei fast neun Euro. In der Kreisstadt Bad Oldesloe zahlen Mieter nur
6, 70 Euro pro Quadratmeter. Für Geringverdiener, junge Erwachsene und Familien oder Senioren stellt die Situation ein immer größeres Problem dar. Mit einem entsprechenden Antrag im Bauausschuss will die CDU-Fraktion nun eine Besserung der Wohnraumsituation anstoßen. Rund 100 Apartments für weniger wohlhabende Ahrensburger könnten so entstehen.
Tobias Koch, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU-Fraktion in Ahrensburg: „Man muss irgendwann mal anfangen. Es reicht nicht, nur zu reden und sich stetig über die Situation zu beschweren.“ Bereits vor einem Jahr hatte die SPD-Fraktion eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, welche Grundstücke in Ahrensburg für soziale Wohnraumprojekte geeignet sind.
Koch: „Aber seitdem ist nichts passiert. Wir wollen nun den Anstoß geben, das Thema wieder aktiv zu verfolgen.“

Wohnraum für Familien


Das Hauptaugenmerk soll dabei auf Wohnraum für junge Familien liegen. Eine Kombination aus bezahlbarem Appartements für Studenten, Auszubildende oder Senioren ist dabei im Zuge eines generationsübergreifenden Wohnprojektes allerdings keineswegs ausgeschlossen, sondern könnte im Gegenteil eine interessante Bereicherung darstellen, heißt es in dem Antrag. Die Vorlage sieht entsprechende Projekte auf Grundstücken an der Kastanienallee, am Helgolandring und an der Bodenstraße vor. Laut Tobias Koch könnten in der Kastanienallee ungefähr 30 Wohnungen, am Helgolandring und an der Bogenstraße jeweils nochmal 30 bis 50 weitere entstehen.
„Das sind Grundstücke, die seit vielen Jahren brach liegen und unserer Ansicht nach für derartige Wohnraumprojekte bestens geeignet sind“, findet Tobias Koch.

„Ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich die Alte Reitbahn für ein soziales
Wohungsbauprojekt eignet.“
Hartmut Möller (SPD)


Andere Fraktionen zeigen sich irritiert von dem CDU-Vorstoß.
„Grundsätzlich ist der Antrag lobenswert. Offenbar will die CDU nun mit sozialen Themen punkten“, wundert sich Hartmut Möller (SPD). Der Fraktionsvorsitzende „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich die Alte Reitbahn für ein soziales Wohungsbauprojekt eignet. Die CDU war dagegen“, so Möller. Gleiches gelte für das Lindenhof-Grundstück.
Auch die Wählergemeinschaft Ahrensburg (WAB) hat sich dem Thema „Sozialer Wohnraum“ verschrieben, könnte sich eine Regelung vorstellen, die für Wohnprojekte und -gebiete eine Quote vorsieht. „In Hamburg müssen prinzipiell alle neuen Wohnbauvorhaben 30-prozentigen Anteil an sozial gebundenem Wohnraum haben, wobei Befreiungen und niedrigere Quoten auf Antrag möglich sind“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Egan. „Dieses Instrument dient allgemein der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, aber auch dem Erhalt gewachsener Strukturen in den Stadtteilen.“

Thema im Bauausschuss


Tobias Koch weist die Vorwürfe zurück: „Es ist richtig, dass wir gegen sozialen Wohnraum am Lindenhof und Alte Reitbahn waren. Wir finden, dass das da konzeptionell einfach nicht passt.“
Die derzeit brach liegenden Grundstücke ohne Nutzung halten die Christdemokraten für besser geeignet. „Wir gehen davon aus, dass die anderen Fraktionen unseren Antrag unterstützen. Gegen sozialen Wohnraum kann keiner sein“, so Koch.
Im Bauausschuss am Mittwoch, 19. November, soll die Verwaltung erörtern, ob und wie eine vergleichbare Regelung in Ahrensburg im Rahmen des Baurechts oder entsprechender Satzungen möglich und sinnvoll ist. Auch der CDU-Antrag wird in der Sitzung abgestimmt. Sollte er angenommen werden, könnte möglicherweise bis Mitte 2016 das Baurecht für die drei sozialen Wohnbauprojekte geschaffen werden.
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