Hamburg: Rat bei Alters-Depression

Anzeige
Diese Experten freuten sich über eine große Resonanz beim Gesundheitsgespräch: Dr. Florian Gal (v.l.), Andrea Nielsen, Dr. Matthias Lemke, Dr. Bettine Wyszomirski und Psychologe Stratos Vamvarapis Foto: fnf

Große Resonanz auf Themenabend in der Tagesklinik Ahrensburg

Von Finn Fischer
Hamburg. Die Leistungsfähigkeit von Körper und Geist nimmt ab. Freunde und Verwandte sterben. Das Alter bringt zwangsläufig Dinge mit sich, die die Seele belasten. Die Folge: Unzufriedenheit oder sogar Depression. Mit zunehmendem Alter steigt die Selbstmordrate stetig an. „Tod und Verlust von engen Verwandten oder Freunden, aber auch der Auszug der Kinder belastet viele Menschen im Alter“, weiß Dr. Florian Gal. Der Oberarzt der Gerontopsychiatrie und Psychotherapie des Heinrich-Sengelmann-Krankenhauses (HSK) informierte als ein Referent unter mehreren Kollegen an einem Themenabend in der Tagesklinik Ahrensburg über „Seelische Gesundheit im Alter“.

Gruppe „60 plus“ am HSK

Altersdepression scheint viele Menschen zu beschäftigen. Der Veranstaltungssaal war voll besetzt. „Wenn auch die Ursachen andere sind, so unterscheidet sich die Therapie nicht von der für jüngere, an einer Depression erkrankte Menschen“, so Gal.
Im HSK in Bargfeld-Stegen gibt es für ältere seelisch erkrankte Menschen eine Gruppe „60 plus“. „Wir berücksichtigen darin die besonderen Lebensumstände der Patienten“, sagt der Psychologe Stratos Vamvarapis und erklärt den Grund für die Alterseingrenzung: „Der Vorteil besteht darin, dass die Teilnehmer durch die gleiche historische Zeit geprägt sind und ähnliche Gewohnheiten und Erfahrungen haben.“ Das mache es den Patienten einfacher, sich zu öffnen und an den Gruppengesprächen teilzunehmen. Neben klassischen Therapieansätzen wird in der Gruppe auch auf künstlerischer Ebene gearbeitet.
Der Ansatz der Musiktherapie: Die Patienten sollen aus ihren eingefahrenen „Grübelkreisläufen“ heraus kommen und lernen, sich mit anderen Themen zu beschäftigen. „Ich will, dass die Patienten nicht analytisch und rational denken, sondern kreativ und intuitiv“, so Kunsttherapeutin Sabine Kuck Die Therapien des HSK sind für Menschen, die bereits an einer ausgeprägten seelischen Erkrankung leiden. Besser ist es, diese Hilfe gar nicht erst in Anspruch nehmen zu müssen.

Beschäftigung wichtig

„Es ist wichtig, immer eine Beschäftigung zu finden, die in der jeweiligen Lebensphase gerade passt“, sagt Prof. Dr. Matthias R. Lemke, ärztlicher Direktor des HSK. „Das Altern spielt sich im Kopf ab.“ Das Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus unterhält Tageskliniken in Ahrensburg, Bargteheide und Reinbek. Eine weitere soll in den nächsten Jahren in Bad Oldesloe entstehen. Lemke: „Das Thema seelische Gesundheit wird uns in der Zukunft noch mehr begleiten.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige