Hammoorer warten auf Ortsumgehung

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Sie stehen neben ihren Häusern, an denen täglich tausende Autos vorbei rasen: Die Hammoorer sind genervt vom Verkehrsaufkommen
 
Die Hauptstraße dient als Zubringer zu zwei Autobahnen

20.000 Autos fahren täglich durch Gemeinde

Hammoor/Tremsbüttel. Eigentlich könnten die Hammoorer zufrieden sein. Nach jahrzehntelangem Kampf wurde die Ortsumgehung, die den Verkehr auf der Hauptstraße der Gemeinde deutlich entlasten soll, mit einem Planfeststellungsverfahren eingeleitet.
Das Straßenbauamt Lübeck hat einen Planungsauftrag für eine Umgehung vorliegen und die ersten Planungsüberlegungen laufen. Doch ganz trauen die Anwohner der Sache nicht, sie haben in den vergangenen Jahren zu viele Rückschritte erlebt. Viele sind zermürbt vom Verkehrslärm. 20.000 Fahrzeuge am Tag queren die Hauptstraße, die die Autobahn mit Bargteheide verbindet.

Kosten: 4 Millionen Euro

Etwa vier Millionen Euro soll die neue Landesstraße 89 kosten. Sie wird am westlichen Ortseingang von Hammoor von der bestehenden Straße abzweigen und trifft dann auf den Beimoorweg. Die jetzige Kreisstraße 106 wird bis zur Kreuzung mit der heutigen L 89 zur Landesstraße.
Corinna Jahnke zog 1994 mit ihrer Familie nach Hammoor, seitdem wartet sie auf die versprochene Ortsumgehungs-straße. Ihren zehnjährigen Sohn lässt Corinna Jahnke nicht mal alleine zu Fuß zur etwa 300 Meter entfernten Bushaltestelle laufen. Das sei zu gefährlich, sagt sie. „Der Fußweg ist so schmal und der Verkehr mit all den Lastwagen, die unter anderem von der Autobahn
A1 zum ALDI-Lager und wieder zurück fahren, rauscht nur wenige Zentimeter daneben vorbei. Da steige ich lieber jedes Mal in den Wagen und fahre meinen Jungen selbst hin.“ (cy)

Jasmin Marinkovic ist alles andere als entspannt, wenn sie an die Verkehrssituation vor ihrer Haustür denkt. „Die ohnehin engen Fußwege werden durch die wild wuchernden Hecken, die man erst ab einem festen Zeitpunkt beschneiden darf, noch enger. Die ganze Lage ist eine Zumutung für alle Eltern, wir haben stets Angst, dass was passieren könnte“, sagt sie.

Politiker versprachen Umgehung

Die Lokalpolitiker haben ihr bereits vor acht Jahren eine Ortsumgehung fest zugesagt. „Bisher ist wenig passiert und man weiß immer noch nicht, wann damit angefangen und wann sie fertig sein wird“, sagt die Mutter von drei Kindern (2, 8 und 10 Jahre alt). „Eine Tempokontrollanzeige wäre angebracht,
aber die gibt es auch nicht.“
Das Ehepaar Sandra und Tom Laser wohnt seit zehn Jahren in Hammoor, ebenfalls direkt an der Hauptstraße, und hat einen sechsjährigen Jungen, Anton. Neben der mangelnden Sicherheit sehen sie auch die abnehmende Wohnqualität durch den Verkehrsstrom. „Ständig rumpelt es durch die vorbeifahrenden Laster in der Wohnung, die Vitrinen klappern und der Lärm ist eine große Belastung“, klagen sie.
Zwei Bürgerinitiativen gibt es in Hammoor zu diesem Thema, „Umgehung jetzt“ und „Sichere Straßen für Hammoor“, neulich ging von Anwohnern ein
Schreiben mit einem leidenschaftlichen Plädoyer an den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Reinhard Meyer. Darin wird um eine zügige Bearbeitung der Unternehmung „Ortsumgehung Hammoor“ mit der Freistellung der entsprechenden Geldern gebeten.
Eine Antwort aus Kiel traf bisher nicht ein, aber das stört die Initiatoren nicht: „Wir wollen, dass man uns und unser Anliegen wahrnimmt und nicht vergisst, solche Briefe werden in jedem Fall gelesen. Deswegen werden wir weiter Druck machen, damit es endlich vorangeht“, so einer der Verfasser.
Hammoors Bürgermeister Helmut Drenkhahn sagt. „Als einer der Hauptbetroffenen der Umgehungsstraße habe ich im eine Stellungnahme dazu abgegeben, die sich mit der Kreuzung vor meinem Betrieb befasst. Diese Stellungnahme wäre in weniger als einer Stunde von der Planfeststellungsbehörde zu beantworten. “ (cy)
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