Hat Bargteheide ein Drogenproblem?

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Der Drogenkonsum in Bargteheide wird nur kaum wahrgenommen Symbolfoto: Thinkstock

Dealer verkaufen offen Heroin, Kokain und Co.

Von Finn Fischer
Bargteheide
Neben der Idylle existiert in Bargteheide noch eine andere Welt: Es gibt eine Drogenszene, in der weitestgehend unbehelligt Drogen konsumiert und gehandelt werden. Jetzt beschäftigt sich auch die Lokalpolitik mit dem Thema. „Vieles wird in unserem bürgerlichen Umfeld wohl nicht so wahrgenommen“, sagt Hauptausschuss-Vorsitzende Wiebke Garling-Witt. Das Gremium informierte sich in der Tagesklinik Tohus auch über eine mögliche Drogenproblematik in der Stadt. Seit Jahren beschäftigen sich Streetworker mit der Szene, bestätigen die Existenz einer Parallelgesellschaft in der Stadt. „Ich rede hier nicht von ein bisschen Cannabis sondern von Heroin, Kokain und synthetischen Drogen“, sagt Kirsten Kröger, Bereichsleiterin der gemeinnützigen Gesellschaft Tohus. Sie hält die Situation in Bargteheide für durchaus brisant. In Parks oder Privatwohnungen wird gehandelt und konsumiert. Auch Lokalpolitiker Matthias Steinbuck kann von einer Begegnung mit der Szene berichten: „Ich habe einen Dealer zehn Minuten lang ‚bei der Arbeit‘ beobachtet, der sich von meiner Anwesenheit nicht hat stören lassen“, berichtet Steinbuck. Später habe er den Dealer zu seiner Wohnung verfolgt und dann die Polizei gerufen. „Die hat mich dann gefragt, ob ich etwas beweisen kann. Damit war der Fall dann erledigt.“ Ein anderes Mal informierte er die Polizei über einen offenbar drogenkonsumierenden Mann, der nackt mit seinen Habseligkeiten am Straßenrand stand. Auch hier sei die Polizei allerdings selbst nach mehreren Anrufen nicht eingeschritten. Steinbuck: „Ich glaube, dass es keine anderen Gesetze braucht, aber die Polizei sollte den bestehenden Rechtsrahmen schon ausschöpfen.“ Ralf Lorenzen, Chef der Kriminalpolizei in Ahrensburg, erklärt die Linie der Landespolizei: „Wir wollen nicht die Konsumenten verfolgen, sondern konzentrieren uns auf den Schmuggel, Handel und Anbau.“ Ein Drogenproblem sieht Lorenzen in Bargteheide nicht, auch wenn es eine große Dunkelziffer geben dürfte. 2015 hat die Kriminalpolizei in vier Fällen des Handels mit Kokain ermittelt, zweimal wegen Amphetamin-Handel und einmal wegen Heroin. Im Vergleich zu anderen Städten wenig. Dennoch sollten Beobachtungen umgehend der Polizei mitgeteilt werden. Lorenzen: „Wir können nur tätig werden, wenn wir auch Kenntnis von Taten bekommen. Wichtig: Anonyme Tipps können wir nicht bearbeiten.“ Hinweise an 110 oder ahrensburg.kpst@ polizei.landsh.de. Kirsten Kröger wünscht sich eine bessere Zusammenarbeit mit der Polizei und eine höhere Polizeipräsenz in der Stadt: „Das hat auf das Klientel eine große Wirkung.“
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