Heimatbund Stormarn gibt neues Jahrbuch heraus

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Helmuth Peets, Vorsitzender des Heimatbund Stormarn bei der Präsentation des Jahrbuches Foto: Jenjahn

In der 35. Ausgabe setzt sich der Verein kritisch mit Alfred Rust und seiner nationalsozialistischen Vergangenheit auseinander

Von Olaf Jenjahn
Stormarn
Der Heimatbund Stormarn hat zum 35. Mal das Stormarner Jahrbuch aufgelegt. Auf 228 Seiten werden in dieser Publikation die unterschiedlichsten Fakten aus der Geschichte des Kreises aber auch aktuelle Themen beleuchtet. Ebenfalls wird der plattdeutschen Sprache wieder ein großer Platz eingeräumt. Aus dem umfangreichen Themenangebot stechen drei Artikel besonders heraus. Johannes Spallek gelang es kurz nach der Amtseinführung, ein sehr ausführliches Interview mit Landrat Henning Görtz zu führen. „Das Gespräch mit dem Landrat handelt von Stormarn, der Heimat und der Kultur. Wir wählten diese Form statt einer persönlichen Vorstellung“, sagte Spallek, dessen Interview ganze 14 Seiten füllt. In dem Gespräch geht es auch um das zweite große Thema, das 150-jährige Jubiläum des Kreises Stormarn im kommenden Jahr. „wir beleuchten die Wirtschaft des Kreises ebenso, wie die Möglichkeiten der Bildung und die Schönheit der Landschaft im Rahmen von Erholung und Freizeit“, sagt Helmuth Peets, Vorsitzender des Heimatbundes Stormarn. Der Heimatbund Stormarn wird Anfang des Jubiläumsjahres gemeinsam mit dem Kreisarchiv Lichtbildervorträge zu diesem Thema durchführen.

Einseitige Verherrlichung unterbinden


Ein weiteres umfangreiches Kapitel des Jahrbuches widmet sich dem Thema Alfred Rust und seiner nationalsozialistischen Vergangenheit. Rust entdeckte 1930 steinzeit- und mittelalterliche Fundstätten um Ahrensburg herum. Als Mitglied in der SS-Unterorganisation „Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe“ war Rust später vom Kriegsdienst befreit. Dafür geriet er später stark in die Kritik, im Jahre 2000 wurden in Ahrensburg aus der Konsequenz dazu die Feierlichkeiten zu seinem 100. Geburtstag abgesagt. „Einige Leute werden jetzt sauer sein, dass wir an seinem Heiligenschein kratzen. Die einseitige Verherrlichung wird seines Wirkens nicht gerecht“, sagt Burkhard von Hennings vom Heimatbund. Das 2017er-Jahrbuch bietet wieder eine Menge Lesestoff, der von zahlreichen ehrenamtlichen Mitstreitern zusammengetragen wurde. „Es ist mit seinen nun 35 Ausgaben das jüngste Jahrbuch in Schleswig-Holstein, welches den Kreis thematisiert“, sagt Burkhard von Hennings und fügt hinzu, dass das Werk „inhaltlich in der Oberliga“ angesiedelt sei.

Das Jahrbuch kostet 15 Euro und ist in einer Auflage von 600 Exemplaren erschienen. Es ist in allen Buchhandlungen des Kreises sowie beim Heimatbund Stormarn (www.heimatbund-stormarn.de) erhältlich
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