Heitere Dorf-Chroniken

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Reinhold Grenz blättert in einem Teil der Witzhaver Chronik Foto: Jenjahn

In Witzhave wird seit vielen Jahren das Leben dokumentiert

Von Olaf Jenjahn
Witzhave
„Wussten Sie, dass Witzhave mal eine eigene Schule hatte und kennen Sie die Bedeutung unseres Wappens?“ So beginnt der Gemeindebrief vom 24. Februar dieses Jahres. Reinhold Grenz, Carla August und Heike Vollmer haben, initiiert vom Jugend-, Sport- und Kulturausschuss, die interessantesten, wichtigsten und amüsantesten Fakten und Anekdoten über Witzhave zusammengetragen. Am Sonntag, 13. März, wird das kleine Geschichtswerk um 15 Uhr in der Kapelle der Gemeinde vorgestellt. „Eigentlich wussten nur die wenigsten Gemeindemitglieder von der Witzhaver Chronik“, sagt Carla August. Auf dem diesjährigen Neujahrsempfang legte die aktuelle Chronistin des Ortes die zusammengetragenen Geschichten der Gemeinde einmal aus und erntete eine überwältigende Resonanz: Viele Witzhaver Bürgerinnen und Bürger möchten nun mehr über die Geschichte ihres Ortes erfahren. Mittlerweile gibt es einige dicke Wälzer, die das Leben in Witzhave dokumentieren. „Die älteste Chronik ist eine Schulchronik und stammt aus dem Jahre 1875“, erzählt Carla August. Diese wurde bis zur Schließung der Schule im Jahre 1968 – zeitweise recht sporadisch – geführt. „Natürlich drehte sich da viel um schulische Dinge. Aber es ist auch zu lesen, dass dem Lehrer die Schafe geklaut wurden“, erzählt Carla August amüsiert.
In den Jahren 1929 bis 1941 wurde die Witzhaver Chronik von Lehrer Peter Seifert geführt, der sich zum Nationalsozialismus bekannte. Somit ist dieser Teil der Chronik entsprechend „eingefärbt“. Allerdings hat er sich auch sehr für das Geschichtliche des Ortes interessiert. Bei Ausgrabungen in der Gegend wurde einst ein bronzezeitliches Grab gefunden – darunter auch eine Gewandspange, die unter anderem bei der Gestaltung des Witzhaver Wappens eine Inspiration war.

Als Buch erschienen


Später führte Friedrich Homann (1981 bis 1992) und Harro Witten (1992 bis 2005) die Chroniken weiter, die sich nun mit allen Themen der Gemeinde beschäftigten. Homann hielt seine Erinnerungen handschriftlich fest, Landwirt Witten erweiterte das Werk um „sein“ Fachgebiet. 1998 erschien zum 750-jährigen Jubiläum des Ortes eine gedruckte Version der Gesamtchronik, die seitdem in jedem Jahr an die Konfirmanden übergeben wird. Am Sonntag wird aus der „heiteren Chronik eines Dorfes“ gelesen, die der Maler Fritz Kunop einst erstellt hat und das Dorfleben von der Steinzeit bis zur Mitte der 1980iger Jahre humoristisch darstellt. Reinhold Grenz ist stolz auf das signierte Buch, aus dem vorgelesen wird und kann dazu noch die ein oder andere Anekdote einstreuen: „Je älter man wird, umso mehr interessiert einen Geschichte.“
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