Hilfe bei ungewollten Schwangerschaften

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Claudia Tiedemann (v.l.), Petra Merks, Dorina Hartmann und Inge Diekmann gehören zum Beratungsteam, das verschwiegen versucht Betroffene in Krisensituationen frühzeitig zu unterstützen Foto: cs

Fünf Beratungsstellen in Stormarn ansprechbar. Babyklappe in Reinbek bleibt

Bad Oldesloe Eine Schwangerschaft geheim halten zu müssen, ist ein schwieriges Problem. Um Frauen in solch einer Situation zu unterstützen, trat vor einem Jahr das Gesetz zur vertraulichen Geburt in Kraft. In Zusammenarbeit mit den Schwangerschaftsberatungsstellen soll die neue Gesetzeslage Schwangeren mit dem Wunsch nach Anonymität der Weg in die Beratungsstellen erleichtert werden und sie zugleich medizinisch und seelisch unterstützen.
„Die vertrauliche Geburt ermöglicht medizinische Vorsorge sowie eine ärztlich begleitete Entbindung“, sagt Claudia Tiedemann von pro familia. „Außerdem gibt es dem Kind die Chance, mit 16 Jahren mehr über seine Herkunft zu erfahren.“ In Stormarn können sich Schwangere, die anonym bleiben wollen, an die Beratungsstellen von Pro Familia in Ahrensburg und Bad Oldesloe, an das Beratungszentrum Südstormarn in Reinbek, an Frauen helfen Frauen Stormarn e.V. oder an Donum vitae in Ahrensburg wenden. Die Teams bieten eine professionelle Beratung zur vertraulichen Geburt sowie eine Begleitung in der Zeit davor und danach. „Eine vertrauliche Geburt bedeutet, dass die Mutter nur ein einziges Mal in der Beratungsstelle ihren wahren Namen angeben muss, danach wird sie unter einem Pseudonym geführt“, so Petra Merks von der SVS Beratungsstelle Reinbek. Die vertraulichen Daten von Geburtsort, Datum und Namen der Mutter werden in einer Bundesamt für Familie verwahrt. Mit 16 Jahren hat das Kind die Möglichkeit, mehr über seine Herkunft zu erfahren oder sogar Kontakt mit der Mutter aufzunehmen. Petra Merks: „Das ist ein Grundbedürfnis der Menschen.“
Ausnahmeregelungen sind dann denkbar, wenn die Mutter berechtigte Gründe angeben kann, die gegen eine Offenlegung der Daten sprechen.
Kinder, die vertraulich geboren werden, werden anschließend in ein reguläres Adoptionsverfahren vermittelt. „Alle Frauen, die eine Schwangerschaft verheimlichen wollen, befinden sich in großer Not. Mit diesem Gesetzt soll versucht werden, das Leben von Mutter und Kind zu schützen“, sagt Petra Mekrs. Zusätzlich bleibt das Angebot der Babyklappe im Reinbeker Krankenhaus erhalten.
Die Kosten für eine vertrauliche Geburt im Krankenhaus sowie die Vorsorgeuntersuchungen werden ebenfalls Familienministerium getragen. Riskante heimliche Geburten und Fälle, in denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden, sollen dadurch verhindert werden. Hilfesuchende können auf der Internetseite www.geburt-vertraulich.de alle wichtigen Informationen erhalten. Außerdem hat das Bundesfamilienministerium eine kostenfreie Hotline 0800/40 400 20 eingerichtet, die auch an die regionalen Ansprechpartner vermittelt. (cs)

Beratungsstellen von Pro Familia
Infos für eine vertrauliche Geburt
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