Hilfe für Rumänien

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Vereinsvorsitzender Christoph Wicht Repro: fnf

Verein finanziert soziale Projekte in der Stadt Fogarasch

Von Finn Fischer
Ahrensburg
„Es ist schon erschreckend, unter welchen Bedingungen manche Menschen leben müssen“, sagt Christoph Wicht. Der Ahrensburger ist Vorsitzender des Vereins Copilul, der seit 20 Jahren in der rumänischen Kleinstadt Fogarasch humanitäre Projekte für sozial benachteiligte Kinder organisiert und unterstützt. Das Engagement begann mit der rumänischen Revolution 1989 und dem Ende des Kommunismus. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs offenbarten sich die unhaltbaren Zustände in vielen Kinderheimen und Waisenhäusern des Landes. „Seitdem haben wir die Situation praktisch kennen gelernt, Freundschaften geschlossen und Hilfe geleistet“, so Christoph Wicht, der den Vereinsvorsitz vor einem Jahr von Achim Keßler-Binder übernahm. „Vor 25 Jahren waren die Verhältnisse in dem Land katastrophal.“
Die Situation hat sich seitdem gebessert, ist aber immer noch Welten von europäischen Standards entfernt. Vor allem Roma-Familien und Kinder kämpfen in vielen Regionen täglich regelrecht ums Überleben. Festsitzende Ressentiments und Vorurteile gegen die Minderheit lassen nur wenige Roma Arbeit finden, die Sozialhilfe reicht oft gerade einmal für die Miete. „Wenn Familien über Generationen hinweg nicht im Arbeitsleben integriert sind, entsteht eine Spirale der Armut, aus der sich die Betroffenen nur schwer alleine befreien können“, so Wicht. „Das zu durchbrechen, ist eine Herausforderung.“

Verein spendet Essen


Ein Schlüssel für eine bessere Zukunft ist Bildung. „Copilul“ organisiert in der rumänischen Stadt mit Organisationen und der Kirche vor Ort daher einen Schülerarbeitskreis, in dem Förderunterricht unter Anleitung einer Lehrerin gegeben wird. In Eltern-Kind-Gruppen werden ausgegrenzte und arme Mütter mit ihren Kindern beraten und betreut. Derzeit kommen regelmäßig 16 Mütter mit 46 Kindern. Sie werden von Fachkräften betreut und alle kommen aus prekären Verhältnissen. Es sind Projekte, die langfristig zu einer Verbesserung der Familiensituationen führen. Doch die Not ist akut. Daher verteilt der Verein in Kooperation mit agape e.V. derzeit täglich 60 Brote an arme Familien. Christoph Wicht: „Die Lebensmittelpreise sind mit denen in Deutschland vergleichbar, während die ausgezahlten Löhne oft weit unterhalb der Armutsgrenze liegen. Viele Familien haben keine 400 Euro im Monat zum Leben.“ Ziel des Vereins ist es, dass die humanitäre Arbeit irgendwann nicht mehr nötig ist – Hilfe zur Selbsthilfe. „Es geht mit dem Land bergauf, aber immer wieder kommen Rückschritte.“ Daher werden wohl noch einige Jahre oder Jahrzehnte vergehen, in denen viele Menschen in Rumänien auf die Unterstützung Dritter angewiesen ist. Der Verein „Copilul“ generiert seine Gelder aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Derzeit sind rund 130 Menschen aktiv. Zusätzlich gibt es etwa 500 feste und gelegentliche Spender. Problematisch: Viele Aktive sind bereits jetzt über 70 Jahre alt. Den bis vor kurzen zweimal im Jahr stattfindenden Hilfsgütertransport, der mit der Siebenbürgenhilfe Großhansdorf organisiert wurde, gibt‘s nicht mehr, da sich keine Freiwilligen finden, die ihn durchführen „Bei uns sind natürlich jederzeit neue Mitglieder willkommen“, so Wicht. Ein fester Beitrag wird nicht erhoben.„Jeder zahlt so viel, wie er kann.“

Weitere Informationen: www.copilul.de
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