Hirnforscher besucht Schule in Ahrensburg

Anzeige
Eric Kandel beim Signieren seines Buches „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ Foto: Pantelmann

Eric Kandel besuchte das nach ihm benannte Gymnasium und überreicht Preise

Von Margret Pantelmann
Ahrenburgs
Für den Hirnforscher Eric Kandel ist die Patenschaft für das Gymnasium „die größte Ehre, die ich neben dem Nobelpreis jemals bekommen habe“, bestätigte er die Freude, dass diese Schule seinen Namen trägt. Dass dies einmal geschehen werde, habe er sich nie träumen lassen. Anlässlich der feierlichen Verleihung des ersten Eric-Kandel-Schulpreises war der 86-Jährige mit seiner Frau Denise nach 13 Monaten wieder zu Besuch in der Schlossstadt. Mit viel Frohsinn überreichte er den Preis, stellte sich den Fragen der Schüler und beobachtete den Unterricht. Beim musikalischen Empfang durch die Big Band fühlte sich das agile und humorvolle Ehepaar Kandel durch die Rhythmen spontan zum Tänzchen animiert, bevor der amerikanische Neurowissenschaftler österreichischer Herkunft eine Vielfalt an Fragen beantwortete: von seiner Idee, das Gehirn zu erforschen, wann er nach Amerika ging, ob er reich sei bis hin zu der Frage, ob er Spaß an der Schule hatte, Sport treibe oder mit Haustieren groß wurde. „Mich hat mein Leben lang interessiert, was im Gehirn geschieht, wenn wir etwas lesen“, sagte der bedeutendste Gedächtnisforscher unserer Zeit, der im Jahr 2000 mit dem Nobelpreis für Medizin für seine Forschungsarbeit mit der Meeresschnecke ausgezeichnet wurde. „Ich schwimme meistens jeden Tag im Pool, spiele Tennis und gehe viel mit meiner Frau spazieren, mit der ich seit 60 Jahren verheiratet bin“, war von ihm zu erfahren. „Reich bin ich nicht. Muss man auch nicht sein, wenn es ein wunderbar interessantes Leben gibt. Und Schule habe ich immer sehr gern gehabt“, sagte er, der zuerst Geschichte und Literatur studierte, insbesondere auch um zu wissen, was in den Köpfen der Nazis passierte. Zu allen Zeiten habe ihn gereizt, Neues zu lernen. „Jüngere lernen leichter als Erwachsene. Wichtig ist, dass Lehrer jungen Menschen die Liebe für das Lernen mitgeben. Lernen ist eine große Freude.“ Er sprach auch über sein Vergnügen, stets weiterhin im Labor zu arbeiten und mit „ein paar neuen Ideen auch am Problem von Alzheimer“ zu forschen. „Aber nur an Mäusen, nie mit Affen“, erklärte er. Der Bestsellerautor, darunter „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“, arbeitet an weiteren Büchern, bei denen er ab-strakter Malerei nachgeht und erkannt hat, dass schon beim Betrachten ein kreativer Prozess im Gehirn entsteht. Den Eric-Kandel-Schulpreis erhielten die Zwillinge Lena und Vera Stein (16) sowie Jasmin Grollmuß (18). „Seit der fünften Klasse haben sie immer an allen musikalischen Veranstaltungen teilgenommen, viel Musiktheater gespielt und damit das Schulleben mitgestaltet, auch im künstlerischen Bereich“, sagte der Schulleiter Gerd Burmeister. „Alle Drei sind extrem zuverlässig und zeigen in vorbildlicher Weise, wie Schule begeistern kann.“ Dieser Preis soll jährlich an besonders engagierte Schülerinnen oder Schüler vergeben werden.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige