Hundesteuer rechtens?

Anzeige
 

Jurist hält diese für verfassungswidrig, Bürger diskutieren

von Jutta Strauss
Bargteheide. Die Hundesteuer ist ein viel diskutiertes Thema. Beim Gassi gehen klagen sich Hundehalter gegenseitig ihr Leid über die lästige Jahresprämie und Erhöhungen. Dabei müsste es diese Steuer gar nicht geben. Diese Auffassung vertritt zumindest ein Rechtsanwalt aus dem Landkreis Harburg. Der Jurist hält die Hundesteuer für verfassungswidrig und hat Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Sein Argument: Es sei nicht nachvollziehbar, dass Hundehalter diese Steuer zahlen müssen – Katzen- und Pferdehalter aber nicht. Die Bargteheider sind über diesen Vorstoß geteilter Meinung. Rosemarie Ramm ärgert sich zwar über die saftige Erhöhung der Hundesteuer: „Vor zehn Jahren habe ich etwa 60 Euro gezahlt. Jetzt sind es schon 90“, sagt sie. Für eine vollständige Abschaffung ist die 72-Jährige aber nicht. Die Steuer hält Rosemarie Ramm wegen Umweltsünden für notwendig. „Ich habe schon zweimal Plastiktüten mit Hundekot gefunden. Das verwest ja nicht!“ Dennoch findet sie: „Die Hundesteuer sollte aber mindestens auf die Hälfte reduziert werden.“ Rosemarie Ramm ist der Meinung, dass wer ein Pferd oder eine freilaufende Katze hat, ebenso gründlich sein müsste. Desweiteren sollte für diese Tierhalter die Steuerreglug gelten. Katzenbesitzer, deren Tier ausschließlich im Haus lebt, könnten von der Steuer ausgeschlossen werden.„Wir müssen immer mit Tüte losgehen“, sagt sie. Pferde- und Katzenhalter müssen dies nicht. Das ist ungerecht.“ Dabei musste die Hundehalterin schon oft vor ihrer Tür Pferdemist entfernen.

Eva Bonnevahl (75) ist häufig mit ihrem Pinscher „Leopold“ in Bargteheide und Umgebung unterwegs. Die Hundesteuer findet die Seniorin angemessen. Für andere Haustiere jedoch nicht: „Katzen sind ja nicht im Straßenverkehr. Pferde sieht man auf Pferdewegen. Hunde dagegen sind immer im Verkehr.“ Karl Leutenegger (62), der lange im Bankwesen tätig war, bewertet die Hundesteuer ganz pragmatisch: „Die Kommunen brauchen das Geld, um die Plätze in Stand zu halten.“ Der 62-Jährige hatte vor rund 20 Jahren selbst einen Boxer. „Als Hundehalter war das kein Problem, weil ich außerhalb ein großes Grundstück hatte.“ Für Katzen und Pferde eine Steuer einzuführen mache keinen Sinn. „Das ist Quatsch! Es gibt ja keine Katzenwiese oder Pferdewiese.“ Hundbesitzer müssten zahlen, damit die Gemeinden auf ihre Kosten kommen. „Die Kosten sollen die tragen, die das verursachen.“Katja Thumann, Mutter von drei Kindern (7, 13 und 16 Jahre) ärgert sich vor allem über herumliegende Hundehaufen. Stinkenden Hundekot von den Schuhen ihrer Kinder zu entfernen, ist für die liebevolle Mama ein nahezu alltägliches Übel. „Mit den Kindern kann ich kaum irgendwo laufen, ohne dass eines irgendwo reintritt. Das ist schlimm, besonders im Herbst, wenn die Kinder in Laubbergen spielen!“ Daher hat Katja Thumann mit jammernden Hundehaltern kein Mitleid.
„Ich bin dafür, die Hundesteuer noch zu verdreifachen. Wenn alle Hundehalter den Kot wegmachen würden, kann die Steuer aber ganz abgeschafft werden.“ (js)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige