Im Dienst der Mühle

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Die Braaker Mühle wurde 1850 erstmals in Betrieb genommen Foto: bm
 
Amtsvorsteher Olaf Beber (r.) gratuliert Karl-Heinz Borchert Foto: bm

25 Jahre Verein „Braaker Mühle“. Bis heute wird dort Korn gemahlen

Von Birgit Maurer
Braak
25 Jahre besteht der Verein „Braaker Mühle“ nun schon und genauso lange ist Karl-Heinz Borchert ehrenamtlich aktiv. Der heute 86-Jährige gründete den Verein und ist bis heute sein Vorsitzender. „Ich habe als Junge mit dem Pferdewagen Getreide zu den Windmühlen gebracht und war seit jeher fasziniert von der Technik“, berichtet Borchert. Als er sah, wie die Braaker Mühle, ein zweistöckiger Galerieholländer, verfiel, wurde er aktiv, pachtete das Gelände auf 30 Jahre. Mit neun weiteren Mitstreitern gründete er am 29. November 1990 den Verein. In der Müllerstube wurde das Jubiläum vor wenigen Tagen gebührend gefeiert, natürlich bei laufendem Mahlwerk, dessen Knarren Borchert so liebt. Genau der richtige Rahmen, um die Chronik vorzustellen, die der Professor für frühe Neuzeit, Dr. Burghart Schmidt, nicht ganz ohne Schwierigkeiten in den letzten zehn Jahren verfasst hat. „Hätte ich gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich das wohl nicht angeboten. Aber aus Respekt vor der Leistung von Karl-Heinz Borchert wollte ich das Projekt zu Ende bringen“, erklärt der Professor, der, als er das Angebot machte, noch in Brunsbek lebte. Dann jedoch übersiedelte er nach Montpellier in Südfrankreich, von wo aus er keinen Zugriff auf die hiesigen Archive hatte. „Jedes Mal, wenn ich hier war, hat Herr Borchert mir wieder alles gezeigt, er war sehr geduldig, ich habe Fotos gemacht, um es dann aus der Ferne zu verarbeiten“, erklärte der Professor. Eigentlich sollte die Chronik zum 15-jährigen Bestehen vorliegen, aber zum 25-Jährigen passte sie nun auch sehr gut. Sie gibt einen Einblick in die 165-jährige Mühlengeschichte vom Bau 1849 über den Verfall bis zur Wiedernutzung Ende des 20. Jahrhunderts. Zum Geburtstag gab es auch ein paar Geschenke: Vom Amtsvorsteher und Brunsbeker Bürgermeister Olaf Beber gab es eine Brunsbek-Chronik und eine Amtsvase. Die könne ja bei den Trauungen, die seit einigen Jahren in der Mühle stattfinden, zur Anwendung kommen, meinte Beber. Er hob hervor, dass es einige der wenigen Mühlen sei, die noch mahlen und man sogar Brot aus dem gemahlenen Korn fertigen könne. Von Braaks Bürgermeister Hans-Ulrich Schmitz gab es eine Finanzspritze. Und auch der Chronikautor bekam ein Abschiedsgeschenk: Ein Bild, gemalt von Heinz Pätzold, wird ihn immer an seine Brunsbeker Zeit erinnern.

Die Mühlengeschichte


1850 nahm der Papendorfer Zimmermeister Friedrich August Reimers die Mühle in Betrieb. 1859 Verkauf an Familie Lessau, bis heute Eigentümer der Mühle. 1977 Stilllegung der Mühle, der Verfall beginnt. 1983 wird sie unter Denkmalschutz gestellt. 1990 Vereinsgründung. Die Mühle hat keine Windrose mehr, das Dach ist marode und die Windmühlen sind beschädigt. Bis 1996 Sanierung. 11. Mai 1996 Einweihung, die erste Getreidelieferung wird verarbeitet.1997 wird ein Müller eingestellt, der Mühlenladen eröffnet. 1998 Umweltpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Stormarn. 2000 Zertifizierung der Mühle, der Bäckerei und des Landwirts Klaus Eggers, der das Getreide liefert. Ab 2001 dürfen hier auch Trauungen durchgeführt werden. 2005 wird die Windrose erneuert. 2007 erfolgt die Biozertifizierung. Zwischen 2009 bis 2014 weitere Instandsetzungsarbeiten. 2015 wurde der Rumpf überarbeitet. 2016 ist die Galerie wieder dran.
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