Investoren streiten um Alte Reitbahn

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Die Animation der P&O Unternehmensgruppe zeigt ein reines Wohngebiet Quelle: P&O Unternehmensgruppe

Zwei Firmen bieten der Stadt zwei Millionen Euro für das Areal. Einer plant Kino und Handel, der andere Wohnungen

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Bisher plant die Stadt auf der Alten Reitbahn, die derzeit als Parkplatz genutzt wird, Einzelhandel und ein Kino. Ein Investor hat andere Pläne mit dem Gelände in Innenstadtnähe. Er möchte dort einen Wohnpark für unterschiedliche Anforderungen errichten. Ein konkretes Kaufangebot liegt dem Bürgermeister bereits vor. Die Alte Reitbahn: Ein rund 6.000 Quadratmeter großes Bauland in direkter Nähe zur Innenstadt – derzeit genutzt als Parkplatz –, ist eines der begehrtesten Immobilienprojekte der Schlossstadt. Schon lange drehen sich die Diskussionen in den politischen Gremien um die Nutzungsmöglichkeiten der attraktiven Fläche.

Investor will Politik umstimmen


Im vergangenen Jahr stimmte nun eine knappe Mehrheit der Stadtvertreter gegen eine reine Nutzung als Wohngebiet, stattdessen für ein kombiniertes Konzept aus Wohnungen, Einzelhandel und einem Kino.
Das hält der Investor, der nun ein neues Kaufangebot auf den Tisch gelegt hat, für unpraktikabel, will in den kommenden Wochen Überzeugungsarbeit leisten, um die Fraktionen doch noch für das Wohnpark-Konzept zu begeistern. „Die Alte Reitbahn erfüllt alle Voraussetzungen für eine Wohnbebauung“, sagt Wolfgang Otto von der P&O Unternehmensgruppe. „Die besondere Zentralität, die ideale Himmelsausrichtung der Lage und der Zuschnitt des Grundstücks eignen sich, um Wohnraum zu schaffen. Vergleichbares gibt es derzeit nicht.“
Das Mischkonzept hält der Ahrensburger auf Dauer für nicht praktikabel. Vor allem von der Idee, dort ein Kino anzusiedeln, hält er nicht viel. „Stadtteilkinos können funktionieren. Aber es gibt eines in Bargteheide und eines in Volksdorf“, sagt Otto. Er sieht die Gefahr, dass sich das Kino in einigen Jahren als unrentabel herausstellt und ein solches nutzungsgebundenes Gebäude leer steht. Größere Einzelhandelskonzerne wie Mediamarkt zieht es eher in die Gewerbegebiete, wie Gespräche ergaben. Außerdem könnte der natürlich gewachsene spezialisierte Einzelhandel in der Innenstadt durch Neuansiedlungen Schaden nehmen.
Interesse bekundete bereits Edeka, derzeit ansässig an der Bahnhofstraße. „Damit würde sich der Einzelhandel nur verlagern“, sagt Otto. „An der hohen Qualität des zentralen Standortes sollen möglichst viele Interessengruppen partizipieren. Es sollte keine Ausgrenzung geben im Bereich der Finanzierbarkeit von Mieten, der Bildung von Eigentum, der eingeschränkten Mobilität durch Alter oder Behinderung.“ Durch Aufteilungen auf mehrere Gebäude in einer Art Wohnpark können unterschiedliche Anforderungsstrukturen erfüllt werden und gut nebeneinander passen.“
Das Kaufangebot der P&O Unternehmensgruppe bewegt sich in einer Größenordnung von zwei Millionen bis zweieinhalb Millionen Euro. Mittlerweile hat auch die P & B Bauconsulting der Stadt ein Angebot in gleicher Höhe gemacht. Das Ahrensburger Unternehmen plant, auf dem Areal ein Kino und Einzelhandel zu errichten. Der Vorteil dieses Angebots: Es umfasst die Schaffung von 300 Tiefgaragparkplätzen.
Nun muss die Politik entscheiden. In seinem nicht öffentlichen Teil wird sich der Bau- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch, 6. Mai, mit dem Thema befasssen.
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