Jung und tiefsinnig

Anzeige
Sina Aaron Moslehi ist erst 19 Jahre alt und hat sich dennoch mit dem Thema „Tod“ auseinander gesetzt Foto: jn

Sina Aaron Moslehi (19) drehte im Hospiz einen Film

Von Jendrik Neumann
Ammersbek Der Filmemacher Sina Aaron Moslehi ist erst 19 Jahre alt. Dennoch hat er bereits zwei Filme gedreht. Sein Dokumentarfilm „Zeit zu leben“ erhielt im August 2014 von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) das Prädikat „wertvoll“.
Moslehis Lust auf das Medium Film begann schon in der 5. Klasse am Heinrich-Heine-Gymnasium in Hamburg-Poppenbüttel, an dem er in diesem Jahr sein Abitur gemacht hat. „Mein Kunstlehrer war sehr filmaffin und hat mich damit begeistert.“ Im Sommer 2012 hat Moslehi mit der Arbeit an einem zweiten eigenen Projekt begonnen. Im Radio hörte er, dass Anwohner gegen den Bau eines Hospizes in Hamburg-Langenbek protestieren.
„Ich wollte aber nicht über die Problematik berichten, sondern lieber einen Schritt zurück gehen“, sagt Moslehi. „Ich finde es relevant, Themen aufzugreifen, die uns betreffen – aber selten im gesellschaftlichen Fokus stehen.“ Deshalb begleitet er in dem 87-minütigen Dokumentarfilm drei Bewohner des Hospizes am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg-Alsterdorf.
„Alle drei Bewohner gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema Tod um. Während der eine sich bewusst für das Hospiz entscheidet und keine Ängste hat, gibt es bei einem anderen große Furcht vor dem Sterben. Er musste akzeptieren, dass es für seine Erkrankung keine Heilungschancen gibt.“
Der Dreh fand in der Weihnachtszeit statt. „Das ist gerade in einem Hospiz eine sehr emotionale Zeit“, findet der Ammersbeker, der in seinem Umfeld noch keine größeren Erfahrungen mit dem Tod hatte. Er war viel ohne Kamera unterwegs, als er mit den Hospizbewohnern und deren Angehörigen sprach. „Es geht mir darum, Filme zu machen, die zum Nachdenken anregen“, erzählt Moslehi. Der Schnitt und die Nachbereitungen des Films haben bis in den Herbst 2013 angedauert. „Meine Freunde finden das, was ich mache zwar gut, aber natürlich haben sie sich gefragt, warum ich mir so ein schweres und trauriges Thema ausgesucht habe.“ Die im Film porträtierten Gäste waren von Anfang an sehr herzlich und offen zu Moslehi. „Sie waren bereit, mit mir über ihre Wünsche und Ängste zu sprechen“, sagt der 19-jährige stolz. Seine Arbeit hat sich gelohnt. Der fertige Dokumentarfilm feierte im April 2014 Weltpremiere auf der 11. Dokumentarfilmwoche in Hamburg. Seit Oktober dieses Jahres studiert Sina Aaron Moslehi Rechtswissenschaften an der Universität in Hamburg. Er will Strafverteidiger werden. Aber natürlich will der Ammersbeker auch weiterhin Filme drehen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige