Keine Kostenaufteilung - Aus für Schwimmsparte

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Hans-Jürgen Bendfeldt ist seit zwei Jahren Schwimmabteilungsleiter des Ahrensburger TSV. Foto: Jaeger

Interview mit dem Leiter der Abteilung, Hans-Jürgen Bendfeldt

Von Hans-Eckart Jaeger
Ahrensburg. Das Ahrensburger Badlantic wird nach Ende der jährlichen Wartungsarbeiten am 18. Juni, eine Woche vor Beginn der Schulferien, wieder geöffnet. Der Ärger wegen neuer Eintrittspreise und Mitgliedsbeiträge für Sportvereine und Schulen ist dann sicherlich noch nicht ausgestanden. Das Wochenblatt sprach mit ATSV-Spartenleiter Hans-Jürgen Bendfeldt.

Wochenblatt: Zeigt sich ein Ende des Streits ab?
Hans-Jürgen Bendfeldt (68), seit 2010 Spartenleiter der Schwimmabteilung des Ahrensburger TSV: Das kann noch lange dauern. Ich warte ab, wie die Stadt entscheidet. Für den 4. Juni ist vom Gesamtverein eine Krisensitzung einberufen worden. Dann trifft sich der erweiterte Vorstand im ATSV-Haus mit den Spartenleitern aller Abteilungen. Dann werden wir das Problem gründlich diskutieren.

WB: Nach dem Willen der Stadtpolitiker sind zunächst die Mitgliedsbeiträge des defizitären Freizeitbades für die Sportbecken erhöht worden. Haben Sie das akzeptiert?
Bendfeldt: Weil diese Beiträge seit 2006 nicht aufgestockt wurden, hat die Mitgliederversammlung am 9. März einer Erhöhung zugestimmt. Die Mehrbelastung für unsere Mitglieder - Kinder und Erwachsene - beträgt 2437,17 Euro, das sind 15,39 Prozent in einem Jahr. Aber viel schlimmer ist die Sache mit dem Lehrschwimmbecken.

WB: Die Betreibergesellschaft schickt dem ATSV seit dem 1. Januar 2012 Rechnungen, auch Mahnungen. Haben Sie schon bezahlt?
Bendfeldt: Nein, wir haben das Geld nicht, die Rechnungen sind auch nicht rechtens. Die Mahnbeträge für das erste Quartal 2011 sehen so aus: 457,50 Euro für Januar, 570 Euro für Februar und 600 Euro für März. Übers Jahr gerechnet, kommen Mehrkosten von 8302,50 Euro auf uns zu. Ich habe an Bürgermeister Michael Sarach und an den Sozialausschuss geschrieben und den Antrag gestellt, die Kosten zu übernehmen.
Die Einführung eines Nutzungsentgeltes für das Lehrschwimmbecken ist nicht zumutbar. Das steht allen schwimmtreibenden Vereinen der Stadt Ahrensburg kostenfrei zur Verfügung. Diese Vereinbarung gilt noch.

WB: Der Bürgermeister hat erwidert (Das Schreiben liegt dem Wochenblatt vor), dass Stadtverordnetenversammlung und Verwaltung diese Auffassung nicht teilten. Spielraum für eine pauschale 100-prozentige Übernahme der Mehrkosten sähe er nicht. Wenn am Ende eine überproportionale Belastung des ATSV erkennbar sein sollte, wollen die städtischen Gremien noch einmal beraten.
Bendfeldt: Das dauert mir zu lange. Wir haben keinen Dispokredit, kein Darlehen und keine Reserven. Es bedarf einer sofortigen Regelung um handlungsfähig zu sein. Wir leisten ehrenamtlich eine schwere Arbeit, wir wollen die Jugend von der Straße holen. Wir haben 20 Jugendliche, die regelmäßig an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen. Das kostet viel Geld, die etwa 430 Mitglieder unserer Sparte sind auf Unterstützung angewiesen.

WB: Sie sprachen von drohender Insolvenz.
Bendfeldt: Ohne weitere Kostenübernahmen ist die Schwimmabteilung nicht mehr tragfähig, sie muss dann aufgelöst werden.
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