Keine Ruhe in der Kirche

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Zahlreiche Gemeindemitglieder kamen zum ersten Gottesdienst in die St. Joahnneskirche Foto: fnf

St. Johannes wieder offen. Streit um Laienandachten

Von Finn Fischer
Ahrensburg. Die Kirchenbänke reichten nicht aus, um die Massen an Besuchern aufzunehmen, die am Ostersonntag um 9.30 Uhr morgens zum ersten Gottesdienst in die St. Johannes Kirche strömten.
„Es war schon ein besonderes Gefühl, heute morgen die Kirche aufzuschließen, in den leeren Raum zu treten und zu wissen, dass er nun wieder mit Leben gefüllt wird“, sagte Pastor Hans-Martin Bruns vor der Gemeinde. Er habe die Kirche nur als „totes Gebäude“ kennen gelernt, so der Geistliche, der im Herbst vergangenen Jahres ins Amt eingeführt wurde. Da war St. Johannes bereits geschlossen.

Feierlicher Gottesdienst

Gut 400 Menschen nahmen an der Andacht teil - lauschten den Worten des Pastors. Es war ein feierlicher Gottesdienst. Doch die vergangenen Wochen und Monate haben in der Gemeinde Spuren hinterlassen. Die Anspannung war allgegenwärtig.
Denn auch Probst Hans-Jürgen Buhl war gekommen. Seine Worte erwarteten viele Gemeindemitglieder wohl mit besonderer Spannung, spielte er bei der Schließung der Kirche doch eine tragende Rolle. Viele vermuteten, dass er die Schließung begünstigte und die Kirche habe wegrationalisieren wollen. „Meine Hoffnung und mein Wunsch ist es, dass solche Wendungen im Leben immer wieder Platz bekommen. Ich möchte allen danken, die es ermöglicht haben, die Kirche heute wieder zu eröffnen“, so Probst Buhl.
Die Rolle des Fördervereins fand nur nebenbei Erwähnung. Beifall erntete der Würdenträger mit der Ankündigung, dass „auch in Zukunft Laienandachten stattfinden können.“ Auf den angefügten Nebensatz „...aber nicht an den Sonntagen“, folgten Buh-Rufe. „An den Sonntagen dürfen das in der Kirche nur die ordentlichen Pastoren.“
Hans-Peter Hansen, Vorsitzender des Fördervereins: „Wir haben vom Probst heute nicht mehr erwartet.“ Dennoch ärgerte ihn das Verhalten des Probstes: „Das, was gesagt wurde, war zu wenig.“ Er kritisierte mangelnden Bezug der Predigt zu den Gefühlen und Geschehnissen vor Ort. „Er hat eine Predigt gehalten, aber keinen richtigen Gottesdienst. Er hat einfach eine Geschäftsordnung abgehandelt“, so Hansen.

Kirchengemeinde pocht auf Pastoren-Sonntage

Nach einer Einigung zwischen dem Kirchengemeinderat und dem Förderverein St. Johannes standen die Zeichen zunächst auf Versöhnung. Nun gibt es unter anderem Unstimmigkeiten bei der Frage, wann die Laienandachten stattfinden dürfen. Nach Ansicht des Kirchengemeinderates sei das nur von Montag bis Sonnabend möglich, nicht mehr am Sonntag. Für den Förderverein, der Monate für die Eröffnung gekämpft hat, ein Unding.
Die Ahrensburger Kirchengemeinde sieht die Festlegung auf „mindestens zwei“ Laien-Andachten durchaus nicht als Einschränkung an, sondern als Möglichkeit, dass der Pastor eben auch drei Gottesdienste durchführen könne. Hansen erklärte allerdings bereits, dass die Mitglieder des Fördervereins nicht denken, sich an die Vorgaben zu halten.
Am Sonntag, 4. Mai, sei um 9.30 Uhr die nächste Laienandacht geplant. Das werde man sich nicht einfach verbieten lassen.
Er bemängelte, dass die Kommunikation nie direkt stattfinde. „Warum kommt man nicht auf uns zu und spricht das mit uns ab? Jetzt soll das über einen Mediator laufen. Wir werden uns darauf einlassen, weil wir ihm vertrauen“, sagte Hansen weiter.

Blumen als Zeichen der Versöhnung

Verwundert sei er darüber, dass plötzlich genug Personal frei sei, um drei Gottesdienste abzuhalten. „Erst heißt es immer, dass auch der Personalmangel zu der Schließung führte, jetzt - wenn wir das bezahlen - ist plötzlich genug Personal da. Schon komisch.“ Trotz allen Unstimmigkeiten verteilten Hans-Peter Hansen und der Förderverein nach dem Gottesdienst vor der Kirche aber Frühlingsblumen als Zeichen der Versöhnung – auch an Probst und Pastor.
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