Kinder kämpfen um Brücke

Anzeige
Die Kobolde Jonna (v.l.), Niklas, Thilo, Marco, Jelle, Younes, Brian, Fabian, Tönjes und Florian mit Erzieherin Jessica von Leliwa (hinten) auf der morschen Moorwanderbrücke Foto: stb

Übergang zum Stellmoor ist marode. „Kobolde“ schrieben an Bürgermeister

Von Stella Bandemer
Ahrensburg. Was wäre ein Waldkindergarten ohne einen richtigen Wald? Indem es so richtig krabbelt und es „wilde“ Tiere zu beobachten gibt? So einer ist im Naturschutzgebiet Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal zu finden.
Fünfmal die Woche überqueren die „Kobolde“ vom Awo-Waldkindergarten (Am Neuen Teich 39a) die Moorwanderbrücke am Kuhlenmoorweg, um die Natur zu erkunden. Doch die 16 Vier- bis Sechsjährigen können die 300 Meter lange Holzbrücke, die durch das Moor führt, nicht mehr lange nutzen. Sie ist schief und teilweise überschwemmt.
Sporadisch sind Bretter über die defekten Stellen gelegt, um notdürftig den Übergang zu ermöglichen. „Nasse Füße können wir noch verantworten, aber bald wird der Weg für die Kinder zu gefährlich sein“, meint Erzieherin Jessica von Leliwa.

Brief an Sarach

Anfang März schrieben die „Kobolde“ deshalb einen offenen Brief an den Bürgermeister Michael Sarach. „Weil wir die Brücke wieder schöner haben wollen und weil sie heil bleiben soll“, sagt der fünfjährige Brian. Die Moorwanderbrücke sei die einzige Möglichkeit, um zur Burg Arnesvelde zu kommen. Leliwa: „Sonst ist der Weg für uns viel zu weit.“ Auch Wandergruppen, Spaziergänger oder Touristen, die vom nahe gelegenen U-Bahnhof-West kämen, nutzten die Brücke. „Hier können wir immer so schön spielen und Rehe beobachten“, berichtet die vierjährige Jonna.
Mit Ferngläsern im Gepäck und einem Bestimmungsbuch für Tierspuren sind die „Kobolde“ richtige Naturexperten.
Ohne Brücke müssten sie auf ihre aufregenden Erkundungstouren im Moor verzichten. Gerade die 700-Jahr-Feier wäre ein guter Anlass dafür, über eine Sanierung der Brücke nachzudenken, meint Jessica von Leliwa. Denn die Burg Arnesvelde nimmt bei der Gründungsgeschichte von Ahrensburg eine wichtige Rolle ein.

Thema im Ausschuss Aufgrund der Haushaltslage

wurden 400.000 Euro, die 2014 für einen Neubau eingeplant waren, zurückgestellt. Stadtsprecher Andreas Zimmermann: „In diesem Jahr sind keine Mittel
im Haushalt vorgesehen.“ Ein Neubau könne frühestens 2015 stattfinden. Lediglich 10.000 Euro seien für eine notdürftige Reparatur vorgesehen. „Auf ihren Brief habe der Bürgermeister habe den Kindern geantwortet und zugesagt, an einem Frühstück mit Brückenbegehung teilzunehmen“, sagt Stadtsprecher Andreas Zimmermann. Auch der Bau- und Planungsausschuss befasst sich am Mittwoch, 19. März, mit dem offenen Brief.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige