Kinder nachts allein in der Bibliothek

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„Wo die wilden Kerle wohnen“: Sophia Schmuck und Philipp Leander Pahl lesen gemeinsam ein Bilderbuch. Fotos: jae

Bücherbegeisterte Jungen und Mädchen durften spielen, basteln und ganz viel lesen

Von Hans-Eckart Jaeger

Bad Oldesloe. „Tschüs, Mami“ und „Tschüs, Papi“: 24 Kinder, alle zwischen sechs und zehn Jahre alt, waren so richtig in ihrem Element. Dieser Abend in der Stadtbibliothek gehörte ihnen ganz allein. Ihre Eltern hatten sie hergebracht, aber die mussten gleich wieder gehen. Erst zweieinhalb Stunden später, um 21.30 Uhr, durften sie ihre Kinder wieder abholen.
„Nachts allein in der Stadtbibliothek“: So hieß das Motto des Abends. „Immer wieder haben sich Kinder gewünscht, einmal ohne ihre Eltern in der Bücherei herumstöbern zu dürfen“, erzählte die Stellvertretende Leiterin Barbara Kammer. „Und weil wir in diesem Jahr das
100. Bestehen der Bibliothek feiern, ist das ein guter Anlass, diesen Wunsch zu erfüllen.“ Barbara Kammer und ihre Kollegin Barbara Preis hatten viel Spaß mit den Kindern.
Von 19 Uhr an durften die Kleinen, nachdem sie im Gänsemarsch gemeinsam durch alle Räume gegangen waren, Spiele spielen, basteln, lesen und sich vorlesen lassen. Es gab zu trinken und Süßigkeiten.
Luis Schöniger (7) konnte es gar nicht abwarten, bis die Party endlich losging. „Ich bin eine richtige Leseratte“, behauptete er und blätterte aufgeregt in dem Buch „Im Tal der Löwen“. Seine Mutter Sonja bestätigte das Interesse ihres Sohnes: „Luis ist ganz begeistert, dass er dabei sein darf.“ Ähnlich äußerte sich auch Anja Federow aus Bad Oldesloe. Ihre Tochter Ayleen kennt alles über Bücher, in denen Drachen, Vampire und Saurier die Hauptrolle spielen. Gerade liest sie das Buch: „Knuffel wächst in Mamas Bauch.“ Ihre Mutter sagte: „Lesen ist besser als Fernsehen, und der Computer wird bei uns auch nur selten angestellt.“ Sophia Schmuck (6) und Philipp Leander Pahl (6) hatten sich schon angefreundet: „Am liebsten würden wir in der Bücherei noch länger bleiben“, sagten sie, als sie von ihren Eltern wieder abgeholt wurden. „Ich bin sicher, dass es allen viel Spaß gemacht hat“, meinte Barbara Kammer.
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