Kinderhaus St. Josef

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Erzieherin Katrin Degen (l.) und Leiterin Birgit Brauer mit den Kindern der Georg-Gruppe, die in die ehemaligen Räume der Schwester eingezogen sind. Foto: rh

Neue Gruppe und neue Räume

Bad Oldesloe. Im März zogen die Schwestern aus dem Kinder- und Jugendhaus aus. Nach 110 Jahren endete eine Ära: Die Thuiner Franziskanerinnen wurden aus Bad Oldesloe abgezogen.
„Das war ein großer Einschnitt im Leben des Kinderhauses“, erzählt die Gesamtleiterin Birgit Brauer, die vor sieben Jahren die Leitung des Kinderhauses von Schwester Magda übernahm. Denn zuvor hatten die Nonnen auch die Nachtbetreuung übernommen, da sie mit einem eigenen Trakt im Haus wohnten. Nun musste alles umorganisiert werden. Die Klausurräume der Schwestern im Dachgeschoss wurden frei und bieten nun Platz für eine neue Gruppe. Drei Monate lang wurden die 300 Quadratmeter Räumlichkeiten aufwändig renoviert, eine Küche eingebaut, ein Wohnbereich für alle Kinder geschaffen, die sanitären Anlagen und Schlafzimmer renoviert, so dass jedes der sechs bis acht Kinder dort ein eigenes Zimmer beziehen konnte.
Die Georg-Gruppe, zuvor einen Stockwerk tiefer beherbergt, zog in die frisch sanierten Räume. Die Wohngruppe beherbergt Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen und wird von fünf bis sechs Erzieherinnen und Sozialpädagogen rund um die Uhr betreut.
Wie in einer großen Familie wird gemeinsam gekocht, eingekauft, werden Hausaufgaben gemacht. Eine Etage tiefer zog die Gabriel-Wohngruppe ein, eine neu gegründete zusätzliche Gruppe, in der Jugendliche wohnen. Auf die Flurwände der Georg-Gruppe malte Andreas Hennings einen Drachen, auf dessen Rücken Kinder klettern und sich wie auf einer Rutsche herunter gleiten lassen. Andreas Hennings, der von 1958 bis 1969 im Kinderhaus St. Josef wohnte: „Das Motiv passt zu der Gruppe, in der sehr komplizierte Kinder wohnen. Es sind alles kleine Drachentöter, die das Böse besiegen.“
Momentan leben im Kinderhaus St. Josef und den dazugehörigen Außen-Wohngruppen 109 Kinder. In den letzten Jahren sei der Bedarf stetig gestiegen, so Brauer. Kinder aus schwierigen familiären Situationen finden hier Zuflucht und ein zweites Zuhause. Einige wohnen ganzjährig hier, andere kehren am Wochenende zu ihren Familien zurück. (rh)

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