Kita-Plätze in Gefahr

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Die Bauarbeiten an der neuen Kita „Brummkreisel“ stagnieren. Grund: Träger und Politik sind sich uneins über vertragliche Bedingungen. Fraglich ist, ob die Einrichtung ab 1. August eröffnen kann Foto: fnf
 
Beim Oldesloer Vogelschießen protestierten Eltern, Kinder und Erzieher der Kita-Brummkreisel gegen den Stillstand beim Neubau. Foto: fnf

Stadt und Träger streiten um Geld. Neubau noch nicht fertig

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. Ab dem ersten August tritt ein Gesetz in Kraft, dass allen Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz verschafft. Doch Gesetze sind wie Wünsche, beides hat nicht zwangsläufig Realität zur Folge.
Nach anfänglicher Freude über die erfolgreiche Bewerbung um einen der begehrten Plätze in dem Kindergarten „Brummkreisel“ finden sich die Eltern der rund
20 Kinder nun in einer bitteren Realität wieder. Politik und Träger des Projektes, die Lebenshilfe Stormarn, konnten sich bislang nicht auf die vertraglichen Bedingungen um die Höhe der Förderung durch die Stadt einigen. Dadurch könnte sich der für den 1. August geplante Eröffnungstermin der neuen Kindertagesstätte am Konrad-Adenauer-Ring verschieben. Die bisherige Einrichtung an der Königstraße muss saniert werden. Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Ein Leerstand wäre fatal.
Aus Freude über die neuen Kitaplätze wurde Verzweiflung und Wut. „Die Eltern sind wirklich super, sie informieren sich und unterstützen uns wie es nur geht“, sagt Kitaleiterin Anja Jahn-Rosenburg. An Spekulationen, ob der geplante Eröffnungstermin doch noch zustande kommen konnte, wolle sie sich nicht beteiligen. Einen Leerstand soll es jedoch nicht geben. „Wenn es nicht rechtzeitig zu einem Vertragsabschluss kommt, bleibt mir nichts anderes übrig, als den Brummkreisel zwangsweise umzusiedeln“, so Bürgermeister Tassilo von Bary. Das ist natürlich nicht das favorisierte Szenario und schon gar keine dauerhafte Lösung.

Am 10. Juli soll eine Sondersitzung der Stadtverordneten stattfinden. Es gibt Bestrebungen, den bereits ausgehandelten Vertrag zwischen Träger und Verwaltung vorerst anzunehmen, etwa für die Dauer von einem Jahr und dann neu zu verhandeln. Wenn es bis dahin eine Einigung gibt, könnte sich das Blatt noch wenden.
In der vergangenen Sitzung hatten SPD, FBO und ein Teil der Grünen gegen den vorgelegten Entwurf gestimmt.

Ungleichbehandlung
befürchtet

Der Grund: Eine mögliche Ungleichbehandlung gegenüber anderen Oldesloer Kitas, was die Förderung betrifft. „Wir hatten ein sehr gutes und konstruktives Gespräch mit zukünftigen Krippeneltern beim Brummkreisel. Dabei ging es ausgesprochen sachlich zu“, so Maria Herrmann (SPD). „Eines ist klar; die Kinder und Eltern sollen und dürfen nicht unter der Situation leiden.“ In der Facebook-Gruppe „Wieso in Oldesloe“ ist unterdessen eine rege Debatte über die Kita-Problematik entbrannt. Die Beiträge betroffener Eltern zeichnen nicht weniger als ein schockierendes Bild dessen, wie es um die generelle Verfügbarkeit von Krippen-Plätzen bestellt ist.

Zuerst war ich einfach
stinkwütend, jetzt
bin ich hilflos“
Katrin John, Mutter


„Zuerst war ich einfach stinkwütend über diese ganze Situation. Jetzt bin ich nur noch enttäuscht und ziemlich hilflos“, schreibt Kathrin John, die geplant hatte, ab dem 1. August wieder arbeiten zu gehen und ihre Tochter (2) in der neuen Kita betreuen zu lassen.
Alle Hoffnungen liegen jetzt auf den Ergebnissen der Sondersitzung der Stadtverordneten am 10. Juli. (fnf)
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