Klönschnack beim Tee

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Der Vorsitzende der Trittauer Bürgerstiftung Walter Nussel (4. von links) im Café International mit Einheimischen und Asylbewerbern

Café International in Trittau: Geglückter Dialog mit Asylbewerbern

Von Margret Pantelmann
Trittau Neben vielen Aktivitäten zum Gemeinwohl ist es der Trittauer Bürgerstiftung auch ein Anliegen, sich an der Integration von Asylbewerbern zu beteiligen. Deshalb wurde das Café International ins Leben gerufen. Schon beim ersten Treffen, am Freitag in der Trittauer Wassermühle, konnten die Organisatoren zu ihrer Freude trotz des Fastenmonats Ramadan viele Besucher begrüßen.

Eingeladen waren alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch Zugezogene und Neubürger. Auch aus den Nachbarorten waren Gäste zum Austausch und Kennenlernen bei Tee und Kaffee gekommen. Die Bürgerstiftung möchte sich mit dem Café International, das in unregelmäßigen Abständen freitags von 14 bis 16 Uhr angeboten wird, für den Dialog der Kulturen und ein respektvolles Miteinander einsetzen. So war der Start dieser fortlaufend geplanten Begegnung mit Einheimischen und Flüchtlingen, darunter waren Asylbewerber aus Afghanistan, Irak und Syrien, mit fast 50 Besuchern überaus erfreulich. Die Befürchtung der Bürgerstiftung, dass im Ramadan wenig Interesse bestehen könnte, hatte sich nicht bestätigt.

„Wir fasten wegen der Religion“


Das Ehepaar Swsan Dousan (40) und Mohamed Nurl (50) kam vor acht Monaten mit ihren drei Kindern (18, 14, 13) aus Syrien und lebt nach Stationen in Neumünster und Großensee seit drei Monaten in Trittau. Zum Ramadan, der sich als heiliger Monat des Islams dem Gottesdienst und dem Fasten widmet, sagten sie: „Wir fasten wegen der Religion. Es macht uns nichts aus und ist sogar gut für den Körper. Die Cholesterin- und Zuckerwerte fallen“, berichteten sie schmunzelnd und hielten sich bei diesem Treffen streng daran; denn Fasten hat als religiöses Ziel die Enthaltsamkeit. Durch diesen Rückzug sich selbst kennenzulernen, seine eigenen Schwächen wahrzunehmen und so des allmächtigen und barmherzigen Schöpfers zu gedenken. Das Fasten beginnt bei Morgendämmerung und endet während der Abenddämmerung.

Auch wenn die Tage hier im Norden um einige Stunden länger sind als in ihrem Heimatland, soll während dieser Tageszeiten nichts gegessen und getrunken werden. Nur bestimmten Menschengruppen, darunter Kinder und Kranke, sind Ausnahmen gestattet. „Normalerweise fasten wir, aber heute nicht, weil wir hier eingeladen sind“, sagten die Iraker Al Kargood Ayad (29), Mohamed Amin Karsaz (38) und Marowa Fadel (23). Die Syrerin Hind Meselmani hatte während des Treffens übersetzt, sie lebt seit 29 Jahren in Trittau. Aber auch Sprachübersetzer, wie ihn die Gemeindevertreterin Sabine Paap (Die Grünen) dabei hatte, trugen zur Kommunikation mit den ausgesprochen offenen und frohgestimmten Gästen bei. Lebhaft geführte Gespräche ergänzten sich an den Tischen durch gemeinsame Brettspiele.

Serviert wurde neben Gebäck und Kaffee auch orientalischer Tee aus dem Samowar. Weiterhin hofft die Bürgerstiftung auf ein reges Interesse. Die nächsten Termine sind am 1., 8. und 22. Juli in der Trittauer Wassermühle immer von 14 bis 16 Uhr.
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