„Koddermaul“ vom Dienst sagt Tschüs

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Klaus Plöger bei seiner letzten Rede Foto: Fischer

Klaus Plöger ist nun Landrat a.D. und freut sich auf mehr Zeit mit der Familie

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe
Ein Blatt vor den Mund nahm der Mann nie: Klaus Plöger regierte über 18 Jahre hinweg die Verwaltung des Kreis Stormarn „Indirekt autoritär“, wie er es nannte. Jetzt ist der Landrat im Ruhestand. „Es ist ein bisschen so, als würde heute mein Lieblingslehrer verabschiedet, der mir aber auch immer etwas auf die Nerven ging“, brachte es Sabine Rautenberg, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen auf den Punkt. Bequem war der Landrat nie, forderte immer Antworten und pragmatische Lösungen statt Parteigezanke. Parteigrenzen kannte das SPD-Mitglied nicht. Das Wohlergehen des Kreises stand für ihn immer an erster Stelle. Und das verteidigte er gegenüber jeder Landesregierung – gleich ob Rot oder Schwarz. Mit den klaren Worten eines sympathischen norddeutschen „Koddermauls“. Dieser Pragmatismus und die ergebnisorientierte Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung sollte später unter dem Namen „Stormarner Modell“ bekannt werden. Das Ergebnis: Innerhalb der 18 Jahre lösten sich die Schulden des Kreises – zuvor war Stormarn höchst verschuldet – in Luft auf. Seit 2016 ist der Kreis schuldenfrei.

Respekt und Vertrauen


Als „kritischen und grimmig dreinblickenden Zuhörer“, beschreibt ihn Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, über dessen Art man geteilter Meinung sein könne, der aber immer Respekt und Vertrauen genoss. Im mit Zuhörern komplett gefüllten Saal wurde Klaus Plöger am Freitag verabschiedet. Gäste aus Politik und Verwaltung gaben sich hier die Klinke in die Hand. Anschließend gab es einen großen Zapfenstreich, organisiert von der Freiwilligen Feuerwehr.

„Der tollste Job“


„Ich hatte 18 Jahre lang den tollsten Job im Kreis Stormarn, aber dennoch fällt es mir leicht, aufzuhören und den Posten an Henning Görtz zu übergeben“, sagt Klaus Plöger, der als Landrat a.D. nun etwa 80 Stunden pro Woche mehr Zeit für seine Familie zu Hause hat: „Dort tut man, was einem aufgetragen wird oder leidet andernfalls unter Essensentzug oder anderem – oder kommt zu früh ins Heim.“
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