Kreative Freiheit in der „Alte Meierei“

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Das Duo Zolaq bei der Projekt-Arbeit Foto: aw

Künstlerduo „Zolaq“ fängt mit Kameras Licht, Formen und Farben ein

Trittau Die „Alte Meierei“ bewegt die Gemüter in Trittau seit geraumer Zeit. Seit 2011 steht das „Filetgrundstück“ in der Gemeinde leer, nachdem sich Günter Süllau das Areal sichern konnte, soll in absehbarer Zeit an dieser Stelle ein neuer und moderner Edeka-Markt entstehen. Bislang wurde dieses Vorhaben durch die Aktivitäten der Bartels-Langness-Gruppe, in unmittelbarer Nähe einen Markant-Markt anzusiedeln, ausgebremst. Im Zuge der Neuordnung des Einzelhandels können die Baupläne für die Alte Meierei nun wohl endlich umgesetzt werden.
Das heißt aber auch, dass den Kunstschaffenden ein Platz zum Ausleben ihrer Kreativität verloren geht. Derzeit wird die Meierei regelmäßig für Lichtinstallationen genutzt. An den Wochenenden erleuchtet immer mal wieder Lichterschein die Ruine. Dann sind die Künstler Jenja Ospanov (27) und Olaf Schieche (29) am Werk und spielen mit dem Licht und der Fotografie. Das Duo nennt sich „Zolaq“ und geht der Lichtkunst seit knapp fünf Jahren nach. „Zolaq ist aserbaidschanisch und bedeutet Strich oder Linie. Wir haben lange nach einem einprägsamen Namen gesucht. Wer diesen Namen einmal ausgesprochen hat, der vergisst ihn so schnell nicht. Außerdem wollten wir etwas anderes, wo nicht unbedingt „Light Art“ drin vorkommt“, sagt Jenja Ospanov. Ein gemeinsamer Urlaub auf der Insel Rügen brachte das Paar erstmals mit der Lichtkunst zusammen. Mit einer einfachen Panasonic Bridge-Kamera und einer Fahrradlampe wurden die ersten Versuche unternommen, außergewöhnliche Bilder zu gestalten. In diesen fünf Jahren wurde viel ausprobiert und herumgetüftelt. Ihren Durchbruch zu internationaler Bekanntheit verdanken die beiden auch ihrer Arbeit in Trittau. In der Meierei wurden 50 Kameras im Halbkreis aufgestellt und zeitgleich ausgelöst. Mit diesen Bildern machten sie sich einen Namen in der Kunstszene. „Jedes Foto oder Bild ist für uns eine besondere Herausforderung. Aber wir planen sehr gründlich und haben in den letzten fünf Jahren so viel dazugelernt, dass wir beinahe jede Herausforderung annehmen und umsetzen“, sagt Olaf Schieche. Die Alte Meierei in Trittau ist für die Künstler ein so genannter „Lost Place“. „Das sind Industriebrachen, die nicht mehr genutzt werden und in denen Künstler viele Möglichkeiten zur Entfaltung finden können“, sagt Schieche. Die Nutzung solcher „Lost Places“ ist nicht immer legal, für Zolaq und die Alte Meierei gilt das aber nicht. Sie haben mit Edeka Süllau eine Vereinbarung getroffen. „Die Meierei ist ein toller Platz zum Arbeiten und von Hamburg aus gut zu erreichen“, ist Schieche überzeugt. (aw)
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