Kunst in Hamfelde hilft bei der Inklusion

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Sara Schwienbacher leitet das Projekt „Inklusionszufall“ von seiten der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg Foto: Jenjahn
 
Sara Schwienbacher mit dem Planwagen „Gustav“ Foto: wb

Studenten und Menschen mit Behinderung arbeiten in einer Projektgruppe. Kunstprojekt hilft, Hemmungen abzubauen

Von Olaf Jenjahn
Hamfelde
Gemeinsam mit Studenten der niedersächsischen Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg führte die Hermann-Jülich-Werkgemeinschaft in den vergangenen zwei Wochen das Projekt „Inklusionszufall“ durch. „Zum Thema Inklusion gibt es entweder eine Veranstaltung zu der die Leute kommen oder eine Aufklärungskampagne. Beides wollen wir nicht, wir haben einen anderen Ansatz. Die Kunst“, erklärt Sara Schwienbacher. Die 30-Jährige ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule, die in der Vergangenheit bereits mehrfach Partner der Hamfelder bei sozialtherapeutsichen Projekten war. Schwienbacher leitete das zweiwöchige Projekt mit fünf Studierenden und sechs Menschen mit Behinderung. Mittelpunkt der Unternehmung ist ein Marktwagen, den die Teilnehmer in der ersten Woche wieder hergerichtet haben. „Beim Putzen, Schleifen und Anstreichen kam die ursprüngliche Farbe der Plane wieder zum Vorschein. Damit haben wir nun einen wirklichen Hingucker“, freut sich Schwienbacher. Über den Wagen, der von den Behinderten „Gustav“ getauft wurde, wollen die Hamfelder künftig mit den Mitmenschen ins Gespräch kommen – egal ob auf Wochenmärkten oder bei Veranstaltungen. „Gustav darf rausgehen, Dinge erleben“, sagt Sara Schwienbacher.

Orange spielt eine wichtige Rolle


Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Farbe Orange beim Projekt. Die Menschen mit Behinderung sammelten in der ersten Woche Ideen für künstlerische Aktionen, mit denen sie im öffentlichen Raum ins Gespräch kommen konnten. Die Farbe der Marktwagen-Plane faszinierte und inspirierte zugleich. Es wurden Bilder gemalt, wie der Wagen aussehen und wo er eingesetzt werden könnte – die Farbe Orange überwog dabei. Aus Resten der Papierwerkstatt wurden Papierwunschkugeln gefertigt, auch hier waren viele orange „Kunstwerke“ dabei. Mit diesen Kugeln kamen die Teilnehmer im Laufe der zweiten Woche im Ahrensburger Robben-Café mit Gästen und in der Grönwohlder Grundschule mit den Kindern in Kontakt. „Kunst bildet einen Raum, der frei für Ideen ist. Es zeigt, dass Menschen durch Kunst zur Inklusion finden und so neue Kontakte entstehen können“, hat Sara Schwienbacher erkannt. In der Grönwohlder Grundschule ging der Versuch sogar noch weiter. Fand hier eine Projektwoche zum Thema Apfel statt, wurden die Mädchen und Jungen nun mit dem „O-pfel“, einer imaginären Obstsorte aus Orange und Apfel, „konfrontiert“. Gemeinsam mit den Schülern kamen die Projektteilnehmer über den „O-pfel“ ins Gespräch. „Durch den Wagen und den O-pfel gab es kaum Distanz und Hemmschwellen bei der Kommunikation der Teilnehmer und Grundschüler“, sah sich Sanja Bronnert, angehende Kunsttherapeutin, bestätigt. Bronnert zog dann auch ein positives Fazit der beiden Projektwochen: „Das Projekt hat gezeigt, dass der Zusammenhalt der Kunst verbindet. Es ist unser Ziel, dieses Projekt langfristig in unsere Einrichtung zu integrieren und die Zusammenarbeit mit der HKS als Unterstützer und Impulsgeber fortzuführen. Dabei soll natürlich auch ‚Gustav‘ weiter genutzt werden, vornehmlich für Kunstprojekte.“

Weitere Infos: Hermann-Jülich-WerkgemeinschaftHochschule für Künste im Sozialen Ottersberg
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