Leben ohne Suchtmittel

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Die aktuellen Drug-Scouts der Anne-Frank-Schule: (v.l.) Marie-Kristin Böhrs (16), Malena Böhm (15), Kai Eggen (15) und Frederike Sandberg (16). Foto: cs

Jugendliche klären als Drug-Scouts Mitschüler auf

Bargteheide. Es gehört viel Mut dazu, Gleichaltrigen zu erklären, dass Rauchen nicht cool und eine Party auch ohne Alkohol und Drogen Spaß machen kann. Nicht immer stoßen die Jugendlichen mit ihren Anregungen auf Verständnis, trotzdem werden sie nicht müde, weiter zu informieren. Die Drug-Scouts sind Jugendliche, die sich in einer zweijährigen Ausbildung mit dem Thema Sucht-Prävention beschäftigt haben. Gerade wurden wieder 18 Mädchen und Jungen von Kreispräsidentin Christa Zeuke geehrt. Ihr Anliegen ist es, sachlich und umfassend über legale und illegalisierte psychoaktive Substanzen und deren Konsum zu informieren und aufzuklären. „Ich freue mich, dass es dieses Projekt gibt und so viele junge Leute daran Interesse zeigen“, betonte Zeuke. „Es gehört Mut und Verantwortungsgefühl dazu, die Ausbildungszeit zu überstehen und sich einzusetzen.“ Obwohl die angehenden Drug-Scouts viel Freizeit investieren, gibt es mittlerweile eine Warteliste. Das Projekt wurde 2007 ins Leben gerufen und ist eine Gemeinschaftsaktion der Therapiehilfe Südstormarn, dem Kreis und den teilnehmenden Schulen. Große Teile der Finanzierung laufen über Spenden. In Bargteheide wurden jetzt vier Schüler der Anne-Frank-Schule in diesem Jahr ausgezeichnet. „Es hat uns einfach interessiert“, so die 16-Jährige Frederike Sandberg zu ihren Beweggründen.
„Spaß am Leben ohne Suchtmittel“, „Erfahrungen sammeln und Menschen kennenlernen“ oder „sich engagieren“ waren die Gründe ihrer Mitstreiter.
Mit Projekten, Infotischen und Vorträgen in anderen Klassen haben die Jugendlichen auf die Gefahren von Suchtmitteln aufmerksam gemacht. „Wir kommen nicht aber mit dem erhobenen Zeigefinger“, so Frederike. „Es ist nur erschreckend, dass teilweise die Mädchen und Jungen die Alkohol trinken oder rauchen jünger sind als wir.“
Der eigene Nutzen sei enorm, bestätigen alle Drug-Scouts. Man werde mutiger und selbstbewusster, könne auch mit blöden Sprüchen und Unverständnis umgehen. Die nächsten Drug-Scouts befinden sich bereits wieder in ihrer Ausbildung, denn „die Brisanz der Thematik ist leider immer noch aktuell“, so Zeuke. (cs)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 28.11.2012 | 14:54  
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