Lehre oder Uni?

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Bildungsministerin Britta Ernst (v.l.) und SPD-Kreisvorsitzende Susanne Danhier Foto: fnf

SPD will Ausbildungsberufe fördern

Ahrensburg Seit Jahren ist die Zahl der Schulabsolventen rückläufig, der Anteil an Absolventen mit einer Hochschulzugangsberechtigung hingegen steigt, mit ihr die Zahl an Studienanfängern. In der Folge starten immer weniger junge Menschen ihre Karriere mit einer beruflichen Ausbildung, Handwerksbetriebe haben seit langem Mühe, offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Mit dem Modell der Dualen Ausbildung und einer Kooperation zwischen Schulen und regionalen Unternehmen könnte dem Trend entgegen gewirkt werden. Dies zumindest war der Tenor auf dem außerordentlichen SPD-Kreisparteitag „Berufliche Bildung“, den die Genossen in der Berufsschule in Ahrensburg abhielten.
Bildungsministerin Britta Ernst (SPD): „Die Berufliche Bildung ist eine starke Säule unseres Bildungssystems und entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Es gibt eine intensiv geführte Debatte zum Akademisierungswahn.“ Die These: Durch die immer höheren Zahlen an Hochschulabsolventen verkümmert der Ausbildungsmarkt. Vor allen anderen Branchen betroffen ist das Handwerk.
Während 48 Prozent der Hauptschüler eine Ausbildung starten, sind es unter Realschülern noch 38, bei Abiturienten nur noch zehn Prozent. „Häufig erwarten Eltern von ihren Kindern, dass sie studieren“, so Björn Felder, Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft. Das Lernen eines Handwerks werde als unattraktiv angesehen. „Dabei kann ein Handwerksmeister dem akademischen Bachelor- oder Masterabschluss auf Augenhöhe begegnen“, findet Felder.
Schulen sollen die Absolventen daher besser bei der Berufswahl unterstützen. Die Selma-Lagerlöf-Schule und das Ahrensburger Unternehmen Kleinke Heizung und Sanitär haben nun eine Kooperation gestartet, um die Verdienst- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk bekannter zu machen. Sigrid Meyer-Jendrek, Schulbeauftragte für Berufsorientierung: „Es gibt etliche Schüler, die im Handwerk am ehesten einen geeigneten Beruf finden.“
An der Berufsschule in Ahrensburg wird seit September eine Ausbildung für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice angeboten – in Zusammenarbeit mit einer Stormarner Möbelfirma. „Dadurch konnten in diesem Jahr 39 Jugendliche ohne Perspektive in eine Berufsausbildung starten“, so Schulleiter Joachim Steußloff.
„Niemand geht auf seinem Weg verloren“, formuliert Britta Ernst das Ziel eines weiteren Vorstoßes: Die Jugendberufsagentur (JBA). Sie soll gewährleisten, dass Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre individuell beraten und unterstützt werden auf ihrem Weg in das Berufsleben. Schulen, Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter und Kommunen/Jugendhilfe sollen im Rahmen der JBA verlässlich, gemeinsam und konkret zusammenarbeiten. (fnf)
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