Leidenschaft für „Sacred Harp“

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Der Gaststudent genießt die letzten Tage in Bargteheide. Bald reist der Amerikaner nach Hause Foto: cs

Gaststudent Alvaro J. Duarte aus USA machte besonderen Chorgesang bekannter

Von Christina Schlie
Bargteheide. Alvaro J. Duarte liebt es zu Singen. Während seiner Austauschzeit in Bargteheide brachte er ein Stück amerikanischer Chor-
tradition in den Landkreis mit, Sacred-Harp (wörtlich übersetzt Heilige Harfe). Seit Ende Mai ist der junge Mann zu Gast. Eine seiner Missionen ist es, den Chorgesang bekannter zu machen, bei dem sich Sänger und Sängerinnen, aufgeteilt in vier Stimmlagen gegenübersitzen und singen. Grundlage für diesen mitreißenden Gemeinschaftsgesang ist ein Gesangbuch desselben Titels, das lange vor der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs entstanden ist. „Singen verbindet“, sagt Alvaro in perfektem Deutsch. „Konfession, Nationalität und Gesinnung spielen dabei keine Rolle.“ Mittlerweile ist Sacred-Harp weit verbreitet. Während seines Deutschlandaufenthalts besuchte der Student Sacred- Harp-Conventions in Bremen und Hamburg. Aber auch musikalische Kurztrips nach London und Polen folgten. Leipzig und Dresden stehen in den verbleibenden Wochen noch an. Mitte August reist er zurück nach Amerika.

Brasilianische Wurzeln

Oft treffen sich mehr als 150 Männer und Frauen zum Sacred-Harp, um zu singen. „In Massachusetts kamen im vergangenen Jahr mehr als 230 Sänger zusammen“, erzählt der junge Amerikaner, der an der Bostoner Universität seinen Bachelor in Geschichte gemacht hat. Die Geschichte der deutschen Auswanderer in Brasilien ist sein Steckenpferd. „Vielleicht mache ich meinen Master Abschluss in Hamburg“, spekuliert der junge Mann.
Als Alvaro 14 Jahre alt war, ist seine Familie von Belo Horizonte in Brasilien nach Boston in den USA ausgewandert. Doch die brasilianischen Wurzeln blieben und so spricht man in der Familie immer noch portugiesisch miteinander.
„Die Kulturen mischen sich“, sagt Alvaro. Für den angehenden Historiker eine wichtige Aussage. „Um zu verstehen, muss man die Kulturen kennenlernen. Sprache und Land erleben.“ Begeistert von Deutschland ist er auf jeden Fall. Besonders die freundliche Offenheit und das Fahrradfahren mochte er. Wenn sich Alvaro J. Duarte nicht gerade seinem Studium oder dem Sacred-Harp widmet, spielt er in einer Dudelsack- Band.
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