Liebevoll bewirtschaftete Gartenflächen

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Heidrun Baduhr und Pächter Hans-Ulrich Köpp. Foto: hb

Am Hohenkamp werden auf 55 Parzellen Gemüse und Obst angepflanzt

Bad Oldesloe. „Hier werden Kartoffeln und Kohl angebaut, gleich daneben Tomaten, Paprika und Auberginen“, sagt Hans-Jürgen Henn, zeigt dabei auf zwei auf einer Anhöhe liegende Parzellen des Kleingärtnerverein sHohenkamp im Oldesloer Randgebiet. Der sympathische Obmann der ältesten Schrebergartenanlage der Kreisstadt befindet sich auf seinem wöchentlichen Rundgang, kontrolliert mit geschultem Auge den Zustand der insgesamt 55 Parzellen.
Er teilt die Gemeinschaftsarbeit ein und entscheidet, was an Arbeit gemacht werden muss. Hohenkamp hat sich etwas bewahrt, was vielen ähnlichen Anlagen mittlerweile verlorengegangen ist – eine Ursprünglichkeit, die dem Besucher sofort ins Auge fällt. Riesige Gartenzwerge, High-Tech-Satellitenanlagen oder bungalowähnliche Gartenhäuser findet man hier nicht, stattdessen liebevoll bewirtschaftete kleine Ackerflächen und einfache aber geschmackvolle Gartenlauben. „Diese ist noch im Originalzustand von 1973“, sagt Henn und zeigt stolz auf seine eigene Laube. Strom gibt es nur im Gemeinschaftshaus, geheizt wird mit Propangas. Und eben diese Ursprünglichkeit soll auch zukünftig erhalten bleiben. „Wir laufen hier nicht mit dem Zollstock herum und messen alles nach, wir haben aber ein Auge darauf, das alles im Rahmen bleibt“, sagt Heidrun Baduhr. Die rüstige Dame ist seit 1985 Vorsitzende des Kleingärtnervereins und seit Kurzem auch Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt.
„Wir sind kein Campingplatz, wer nur grillen oder in der Sonne liegen möchte, ist hier fehl am Platz“, sagt Baduhr. Die Satzung gibt es vor. Ein Drittel der gepachteten Fläche einer Parzelle ist als Anbaufläche für Obst und Gemüse zu nutzen, die beiden anderen Drittel als Ziergarten und Freizeitfläche. Zur Zeit stehen allerdings zwei Parzellen frei, zwei weitere sind gekündigt. „Das Interesse an der eigentlichen Gartenarbeit ist leider zurückgegangen“, sagt Baduhr.
Das ursprüngliche Grundprinzip der Kleingärten geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Der ärmlichen Bevölkerung wurde so die Möglichkeit gegeben, für sich selbst gesunde und kostengünstige Nahrungsmittel anzubauen. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich die Vielfalt des Obst- und Gemüseanbaus stark verändert.
Multikulti hat auch Einzug in die Kleingärtnervereine gehalten. Waren es Anfang der 70erJahre die ersten Italiener und Türken, die die Schrebergärten bereicherten und mediterranes Gemüse und Obst mitbrachten, kommen heute rund 30 Prozent der Pächter aus anderen Ländern. Wurden früher hauptsächlich Kartoffeln, Kohl, Erbsen und Bohnen angebaut wurden, werden mittlerweile viele Gemüse- und Obstsorten wie italienische Tomaten, Kürbisse und Zucchini aus südlichen Ländern angebaut.
„Ich mag die Vielfalt, ich mag die Arbeit draußen an der frischen Luft und ich mag die Gemeinschaft und die Freundlichkeit, die einem entgegengebracht wird“, sagt Baduhr. Die Vorfreude auf die frisch begonnene Saison merkt man ihr an. (hb)
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