„Märchen machen Mut und Hoffnung“

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Margrit Strenzke in ihrem Garten in der Gemeinde Großhansdorf Foto: M. Keil

Margrit Strenzke erzählt im Museum Hoisdorf. Nächster Termin: 13. Juni

Von Manuela Keil
Hoisdorf
Die Plätze in der kleinen Schulstube im Dorfmuseum sind besetzt. Alle Augenpaare der jungen und älteren Zuhörer sind auf Margrit Strenzke gerichtet, die Märchen zum Thema Essen und Trinken erzählt. Margrit Strenzke liest nicht vor, sie erzählt die Märchen. Ganz bewusst. Das ist ihr wichtig, denn es ist lebendiger und löst die Geschichten vom Schriftlichen. „So können Bilder bei den Zuhörern entstehen und ich kann auch besser auf sie eingehen.“ Außerdem entstehe durch direkten Blickkontakt eine andere Nähe. Manchmal erklärt sie einen Begriff, wenn die Kinder etwas nicht verstehen oder sie fragt, woraus Flöten gemacht sind. Zwischen ihren Erzählungen spielt Margrit Strenzke ihren Zuhörern nämlich gern etwas auf einer ihrer Flöten vor.

Inspiration auf Reisen


Und sie erklärt auch den Ursprung der aus aller Welt stammenden Märchen. Beim letzten Erzähltermin in Hoisdorf waren es afrikanische Märchen, die mit einem Motiv endeten, dass ein Tisch gedeckt war – ganz ähnlich wie beim Märchen „Tischlein deck dich“. In ihrem Zimmer stehen mehrere hundert Märchenbücher. Einige stammen aus Reisen an ferne Orte, die sie mit ihrem Mann auf vielen gemeinsamen Studienreisen besucht hat: Tibet, Südafrika, Laos, Bhutan, Birma. „Ich frage dann immer die Reiseführer nach Landesmärchen oder Erzählungen und erhalte häufig wertvolle Informationen oder noch unbekannte Geschichten“, sagt die Großhansdorferin, die sich als Volkserzählerin versteht.
Eigentlich seien 95 Prozent der Märchen für Erwachsene. Das werde oft übersehen. Und die Märchen verbinden weltweit ähnliche Motive: „Die Wünsche, Ängste und Träume der Menschen sind überall auf der Welt ähnlich“, sagt Margrit Strenzke. Man könne viel lernen aus Märchen. So zeigen sie fast immer, dass man seine Probleme selbst in die Hand nehmen und sich im Leben mit aller Offenheit auf den Weg machen muss. Dann begegnen einem auch Helfer. „Märchen machen Mut und Hoffnung, und man erfährt Linderung und Heilung“, sagt Margrit Strenzke. Daher könne man mit Märchen auch bei Seniorengruppen viel erreichen.

Mutter erzählte Märchen


Margrit Strenzke, die als Kind von ihrer Mutter die Grimmschen Märchen erzählt bekam, fand erst vor zwölf Jahren durch einen Zufall wieder zu Märchen zurück. „Bekannte erzählten von Themenseminaren über Märchen, und das machte mich neugierig.“ Danach bekam sie Lust, selbst Märchen zu erzählen und wurde Mitglied in der Europäischen Märchengesellschaft und Erzählerin im Hamburger Märchenforum.
Außer den monatlichen Erzählstunden im Hoisdorfer Dorfmuseum – der nächste Termin ist am 13. Juni um 14.30 Uhr im Stormarnschen Dorfmuseum Hoisdorf, Sprenger Weg 1 – macht Margrit Strenzke mit ihrem Mann jeden Sommer eine Märchen-Halligtour. Seit sechs Jahren besuchen sie drei Halligen, machen Musik und Margrit Strenzke erzählt Märchen. „Von meinen Zuhörern bekomme ich viele positive Rückmeldungen. Märchen können das eigene Leben bereichern. “
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