Mehr KFZ mit Mängeln

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Detlef Peters, TÜV-Stationsleiter in Trittau, prüft auf der Hebebühne die Fahrzeuge „auf Herz und Handbremse“. Foto: Maurer

TÜV-Report: Aber auch mehr Fahrzeuge ohne Fehler

Von Birgit Maurer
Trittau. Der TÜV Nord legte jetzt seine Statistik vor, die in der Zeit vom 1. Juni 2011 bis 30. Juni 2012 im Gesamtgebiet, zu dem Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Teile von Nordrhein-Westfalen gehören, erhoben wurde. Ohne Mängel waren in diesem Gebiet 58,1 Prozent der geprüften Fahrzeuge, eine kleine Steigerung gegenüber der Vorjahreszahl (57,7%). Geringe Mängel hatten 21,7 Prozent (Vorjahr 22,7%), erhebliche Mängel 20,1 Prozent (Vorjahr 19,6%) und verkehrsuntüchtig waren 0,05 Prozent (Vorjahr 0,04 %). Die meisten Mängel (35,8%) wurden bei der Lichtanlage und der Elektronik gefunden, gefolgt von Bremsen (20,3%), den Achsen, Rädern und Reifen (17,8%) und den Umweltbelasvtungen (17,4 %).
Der Trend, dass mehr Fahrzeuge ohne Mängel, aber auch mehr mit erheblichen Mängeln unterwegs sind, zeigt sich auch an den TÜV-Stationen in Trittau und Bad Oldesloe. 47,8 Prozent der geprüften Fahrzeuge in Trittau hatten keine, 26,5 Prozent nur geringe Mängel. Damit bekamen auf Anhieb 74,3 Prozent aller Fahrzeuge eine neue gültige Plakette.
Aber bei 25,7 Prozent wurden auch erhebliche Mängel festgestellt,
die schnell behoben werden mussten, bevor es die Plakette gab. Hierbei hat der Stationsleiter
in Trittau, Diplom Ingenieur Detlef Peters, beobachtet, dass manche Leute die Vier-Wochen-Frist verstreichen lassen, und damit eine Erhöhung der Bearbeitungsgebühr von 61,20 Euro um 20 Prozent und nach acht Monaten sogar 40 Euro Bußgeld und Punkte in Flensburg in Kauf nehmen: „Das wird mit Urlaub, Krankheit und Schwierigkeiten bei der Ersatzteilebeschaffung begründet“, so Peters.
Die zweite TÜV-Station in Bad Oldesloe weist ähnliche Tendenzen auf: Hier hatten 32,1 Prozent der geprüften Fahrzeuge gar keine und 32, 3 Prozent geringe Mängel. Dagegen wiesen aber 35,4 Prozent der Fahrzeuge erhebliche Mängel auf. Die Schleswig-Holstein Zahlen sehen ähnlich aus: Ohne Mängel kamen 58,1, Prozent zur TÜV-Prüfung und 20,1 Prozent hatten erhebliche Mängel. Zugrunde gelegt wurden 200 TÜV-Stationen und über 10000 Partnerwerkstätten in Schleswig-Holstein.
Die guten Ergebnisse führt Detlef Peters auf viele Neuzulassungen zurück, die nicht älter als fünf Jahre sind, und hochwertige Autos, die lange halten.
Er empfiehlt, sein Auto regelmäßig warten zu lassen und einfache Lichtprüfungen schon mal vorab selbst vorzunehmen. Von größeren Eigenleistungen rät er aber ab: „Die Technik ist so kompliziert geworden, da kann man nicht mal einfach ein Getriebe wechseln“. Über 5000 Fahrzeuge wurden in Trittau untersucht.
Ein Highlight sind für den KFZ- Sachverständigen, wenn mal Oldtimer auf den Hof rollen: „Einmal hatte ich ein Adler Motorrad, Baujahr 1921 zur Prüfung hier und durfte es auch kurz fahren. Das hat Spaß gemacht“, erinnert er sich.
Aussagen über die Lebensdauer von Autos wollte Peters nicht machen, das hänge von Nutzung und Pflege ab. So gab es die Vorführung eines 16 Jahre alten BMWs, der nur 12.000 Kilometer gelaufen hatte, andererseits haben Leasingfahrzeuge mit vielen Autobahnkilometern nach drei Jahren schon 97.000 Kilometer auf dem Tacho.
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