Mehr Platz fürs Glück

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Standesbeamtin Ingrid Wobbe, 53, an ihrem Arbeitsplatz im Bibliotheksraum mit Biedermeierstühlen und dem imposanten Bibliotheksschrank aus dem 18. Jahrhundert Foto: Keil
 
Das Ahrensburger Renaissance-Schloss gehört zu den bedeutendsten Schlössern Schleswig-Holsteins und dient seit 1955 als MuseumFoto: Keil

Ahrensburger Schloss bietet drei Räume für Trauungen

Von Manuela Keil
Ahrensburg. In einem Schloss zu heiraten, ist der Traum vieler Paare. In Ahrensburg ist dies möglich. Kostbares Mobiliar, Kronleuchter sowie 400 Jahre Geschichte bilden eine Traumkulisse und den festlichen Rahmen für einen unvergesslichen Tag.
Das um 1585 erbaute Renaissance-Schloss bietet nach umfangreichen Sanierungen im vergangenen Jahr jetzt wieder Trauungen in drei unterschiedlichen Räumen an. Damit ist noch mehr Platz fürs Glück.
Jetzt im Mai herrscht „Hochkonjunktur“, alle Termine sind ausgebucht. „Die Nachfrage nach Trauungen im Schloss ist gestiegen“, sagt Standesbeamtin Ingrid Wobbe, die an diesem Freitagvormittag fünf Paare traut. Am Nachmittag nimmt eine Kollegin dann drei weitere Eheversprechen ab.
Nicht nur für die künftigen Eheleute, sondern auch für die Standesbeamten kein Tag wie jeder andere: „Morgens vor der ersten Trauung habe ich immer wieder Lampenfieber“, sagt Wobbe, die seit Juli 1993 Paare an ihrem besonderen Tag begleitet. Insgesamt hat sie in ihrem Berufsleben rund 1300 Paare verheiratet. Dennoch sei jede Trauung anders, jedes Paar, jede Hochzeitsgesellschaft. „Es ist auch für mich immer wieder neu und aufregend.“
Ja-Wort auch im Salon und im Gartensaal
Im Ahrensburger Schloss können Paare seit 2004 heiraten - damals allerdings nur in der Bibliothek. Außer dem Bibliotheksraum im zweiten Stock (für 26 Personen) stehen jetzt, ebenfalls in der zweiten Etage, der Salon Louis Seize für kleine Hochzeitsgesellschaften mit 14 Sitzplätzen sowie im Erdgeschoss der Gartensaal für 40 Personen zur Verfügung.
Heiraten im Schloss liegt im Trend. Der Gartensaal ist der größte Raum, hier steht auch ein Flügel, der eine musikalische Begleitung möglich macht. Ebenfalls neu sind in der zweiten Etage zwei Toiletten.
Trauungen sind jedoch nur an Freitagen möglich – dennoch gibt es auch Ausnahmen wie den
6. Juni – dieser Termin ist mit acht Paaren ebenfalls seit langem ausgebucht. „Wir sind eine private Stiftung und deren erster Zweck ist der Betrieb des Museums“, erklärt Dr. Tatjana Ceynowa, Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Ahrensburg. „Und während Besucher die Räume besichtigen, sind parallel Trauungen nicht möglich.“
Außerdem finden in dem weißen Märchenschloss zahlreiche andere Veranstaltungen statt, Konzerte, spezielle Führungen, Vorträge und Kinderprogramme. Hinzu kommen Events wie Kinosommer, Ferienpass oder Museumstag (12. Mai). „Wir wollen damit verschiedene Zielgruppen erreichen“, sagt Ceynowa. Das verlange viel Fingerspitzengefühl in der Planung und Organisation.
Die rund 200 Trauungen im Schloss pro Jahr sind eine wichtige Einnahmequelle für die Stiftung. Die Raummieten für Bibliothek und Salon Louis Seize betragen jeweils 175 Euro und 350 Euro für den Gartensaal.
Sogar aus USA und
Japan kommen Paare
Die Schlosstrauungen machen etwa 15 Prozent der Einnahmen aus. „Dafür sind wir dankbar“, sagt Tatjana Ceynowa. Die heiratswilligen Paare kommen nicht nur aus Ahrensburg, Hamburg und Umgebung, sondern sogar aus Süddeutschland und von weither. Einige reisen für ihren besonderen Tag extra aus Japan und USA in die Schlossstadt.
„Es ist erfreulich, dass es nicht nur deutsche Trauungen sind“, sagt Museumsleiterin Ceynowa. So wählen auch viele russische, iranische und türkische Paare das Ahrensburger Schloss für ihr Eheversprechen aus. Dann sei häufig ein Übersetzer dabei, denn die Trauung wird nach deutschem Recht vollzogen. Insgesamt haben sich seit 2004 rund 1800 Paare im Ahrensburger Schloss trauen lassen.
Möglich ist auch, dass sich das Paar allein in einem der festlichen Räume trauen lässt – denn Trauzeugen sind schon lange nicht mehr nötig.
„Dies ist jedoch die Ausnahme.
Der Trend geht eher zu größeren Gesellschaften“, sagt Geschäftsführerin Ceynowa. So ersetze immer häufiger eine pompöse standesamtliche Trauung die kirchliche Feier.
Auch Stretch-Limousinen, Ballonfahrten und Hochzeitskutschen warten dann vor dem Schloss als Überraschung auf das frisch getraute Paar.
Oder Freunde und Verwandte haben sich etwas Persönliches ausgedacht wie ein Hunde- oder Feuerwehrspalier vor dem Schlosseingang. (kei)
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