„Merkel sagt wortreich nichts“

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Mathias Richling (62) Foto: wb/Rafael Kroetz

Mathias Richling über die Kanzlerin, Sigmar Gabriels Gewicht und das aktuelle Programm

Bargteheide Die schlechte Nachricht: Der Auftritt von Kabarettist Mathias Richling am 16. April im Kleinen Theater ist ausverkauft. Die gute: Für den 29. April im Kolosseum Lübeck, t 0451/ 70 23 20) gibt es noch Tickets. Mit dem Hamburger Wochenblatt sprach Richling über sein Programm „Deutschland to go“.


Wochenblatt: Wie würden Sie Ihr Programm beschreiben?
Matthias Richling: Kurz gesagt, „Deutschland to go“ könnte irritierenderweise auch als Aufforderung aus Deutschland auszuwandern verstanden werden. Frau Merkel, Waffenexporte, Rente und politischen Parteien. Aufgrund dieser akuten Beschreibung des Zustands in Deutschland ist das Programm am Ende als Demokratie zum Mitnehmen zu verstehen, auch wenn es nur in kleinen Happen ist.

WB: Wie würden Sie „den Deutschen“ gegenwärtig beschreiben?
Richling: Das ist ja fast nicht möglich. Wir sind ein Einwanderungsland geworden. Insofern kommen sehr viele Kulturen und Kulturbeiträge zu uns, was sich alles vermischt. Das deutsche Klischee von einem Mann, der sein Auto samstagnachmittags per Hand wäscht, trifft heute nicht mehr zu. Darum geht es auch in meinem Programm: um eine Veränderung des Bewusstseins, mit Politik und mit Gesellschaft umzugehen.

WB: Welche politische Ära parodieren Sie am liebsten?
Richling: Die aktuelle. Es ist sinnlos zu sagen: Oh, das war aber so schön mit Kohl und so weiter.

WB: Das heißt, Frau Merkel nervt Sie nicht so sehr?
Richling: Ja, die nervt anders (lacht). Das sind ganz andere Qualitäten, die die Dame mitbringt. Sie weicht auch aus, aber sie hat einen größeren Wortschatz als Herr Kohl. Sie sagt mit mehr Worten nichts.

WB: Gibt es denn auch Rollen, in die Sie nicht passen wollen?
Richling: Ja, ich parodiere in der aktuellen Sendung Herrn Gabriel. Den machen Sie mal! Ich habe 64, Herr Gabriel etwa 264 Kilo. Da muss ich die Rolle drei Mal spielen, damit ich in die Anzüge ′reinpasse.

WB: Was macht für Sie einen guten Politiker aus?
Richling: Ein guter Politiker ist für mich nicht unbedingt einer, der alles umsetzt, weswegen ich ihn gewählt habe, sondern der, der mir als Wähler auch das gut erklärt, was er entgegen seiner Versprechungen falsch macht.

Das Interview führte Stella Bandemer
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