Mitreden beim Fluglärm

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Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden Stormarns mit Gudrun Pieroh-Joußen (3.v.l.)

Stormarner wollen in Hamburger Kommission dabei sein

Stormarn. Wie entwickelt sich der Fluglärm über Stormarn? Um das zu klären, trafen sich die Bürgermeister betroffener Gemeinden mit Gudrun Pieroh-Joußen, der Fluglärmschutzbeauftragten der Stadt Hamburg, zu einem Gedankenaustausch.
Entgegen der Wahrnehmung nimmt der Flugverkehr über Stormarn tendenziell ab. Waren es 2007 rund 50.500 Überflüge, sank die Zahl bis 2013 auf 40.500. „Wir können den Fluglärm nicht verhindern. Aber er muss möglichst gleich verteilt werden“, sagte Ammersbeks Bürgermeister Horst Ansen. Zuvor hatte die Fluglärmschutzkommission (FLSK) beschlossen, weiterhin kurze Anflüge auf den Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel zuzulassen. Ein Probebetrieb läuft bereits seit Sommer 2013 und soll nun in den Regelbetrieb überführt werden. Außerdem wird die Anflughöhe über Ahrensburg auf etwa 914 Meter angehoben. Harald Rösler, Vorsitzender der Fluglärmschutzkommission: „Die Deutsche Flugsicherung ist angehalten, bei entsprechender Verkehrslage dicht besiedelte Regionen wie Ahrensburg oder Bargteheide möglichst umfliegen zu lassen.“
Die Ergebnisse der Beratungen sind ein Kompromiss. Die Hamburger Bürgerschaft hatte in einem Zehn-Punkte-Plan zehn nautische Meilen (18,5 Kilometer) gefordert. Damit hätte sich der Flug-Verkehr über Hoisbüttel konzentriert.
Zu einer Mehrbelastung soll es in den betroffenen Stormarner Gemeinden aber nicht kommen. Dennoch wünschen sich die Verwaltungschefs einen Vertreter aus dem Kreis Stormarn in der Fluglärmkommission. „Das haben wir schon vor Jahren beantragt“, sagt Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach. Seine wichtigste Erkenntnis: „Wir sitzen alle in einem Boot, daher muss es einen Vertreter geben, der alle Gemeinden repräsentiert.“ Janhinnerk Voß, Großhansdorfs Verwaltungschef, sagt: „Wir wollen einen neuen Versuch starten, mit einem Vertreter in die Kommission zu gelangen.“ Auch in Bargteheide laufen regelmäßig Beschwerden über vermeintlich zu tief fliegende Flugzeuge auf. „Der Lärm ist nicht zu vermeiden und wir tragen alle dazu bei, wenn wir in den Urlaub fliegen. Viele ziehen gerade wegen der Nähe zum Flughafen in unsere Region“, sagt Dr. Henning Görtz. „Aber der Vorteil des einen darf nicht zum Nachteil des anderen werden.“ Bei dem Gespräch wurde außerdem angedacht, weitere Messcontainer in den Überflug-Gebieten aufzustellen. „Dadurch werden Fakten und verlässliche Zahlen geschaffen“, so Dieter Schippmann, Bürgermeister von Hoisdorf. (fnf)
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