Multikulturelles Pflegeprojekt in Bargteheide

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Julie Haydon (v.l.) und Babs Williams aus Großbritannien, Heike Gimpel, Christiane Kiesel, Florian Zurheide und Beate Labs aus Deutschland, Valentina Passerini aus Italien, Frants Christensen aus Dänemark und Daniele Paspini aus Italien Foto: Schlie

Stadt will dem Fachkräftemangel begegnen und setzt auf Migranten

Bargteheide „Das Thema Multikulturalität in der Pflege ist schon jetzt aktuell und wird in den kommenden Jahren noch an Bedeutung zunehmen“, sagt Christiane Kiesel, Projekt- und Diversitymanagerin bei der Pflegeeinrichtung Steinbuck in Bargteheide. Bis 2030 fehlen in Deutschland 500.000 Pflegekräfte, so Kiesel. Schon jetzt sei der Pflegekräftemangel deutlich zu spüren. Ohne den Einsatz von Migranten sei die Pflegesituation nicht zu bewältigen. In der Pflegeeinrichtung Steinbuck haben 16 Prozent der Mitarbeiten einen Migrationshintergrund. In den kommenden zehn Jahren steigt die Zahl auf 50 Prozent, ist sich Kiesel sicher. Um die Mitarbeiter für die Zusammenarbeit mit ausländischen Kollegen zu sensibilisieren wurde das internationale Pflegeprojet Erasmus + Projekt „Multiculturality Care“ ins Leben gerufen. Daran nehmen Teams aus Dänemark, Italien, Großbritannien und Deutschland teil.

Jeder hat andere Werte


Je Land ein Bildungszentrum aus der Pflege sowie eine stationäre Pflegeeinrichtung. Aus Deutschland ist die Bargteheider Pflegeeinrichtung Steinbuck dabei. „Es geht darum, voneinander zu lernen und interkulturelle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen“, sagt Kiesel. Jeder Mensch habe andere Werte, viel zu häufig versuche man, den eigenen Standpunkt auf seine Mitmenschen zu übertragen. Nicht nur das Personal in der Pflege wird immer internationaler, auch die Kunden werden zukünftig aus den verschiedensten Herkunftsländern stammen.

Anerkennung für den Beruf fehlt


„Gute Integrationsarbeit und erfolgreiche Zusammenarbeit sind wichtige Faktoren für eine qualitativ hochwertige Pflege“, sagt die Projektmanagerin. Auch wenn die Pflegesysteme der Teilnehmerländer sich unterscheiden, das Problem, qualifiziertes Personal für die Pflege zu finden, eint sie. „Es fehlt die Anerkennung für den Beruf“, sagt der dänische Projektleiter Frants Christensen. In einer Stadt wie Kopenhagen arbeiten über 40 Prozent Migranten in der Pflege. In Italien sind es 10 Prozent, in Großbritannien 20 Prozent. Daher sei es wichtig, auf die Bedürfnisse und Probleme dieser Menschen einzugehen. Insgesamt finden sieben Arbeitstreffen statt. Die Ergebnisse werden in einem umfangreichen Handbuch zusammengestellt. Allen interessierten Einrichtungen können nach Fertigstellung im kommenden Jahr kostenfrei darauf zugreifen und für die Schulung der Mitarbeiter nutzen. (cs)
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