Nach Protest: Funkturm verlegt

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Bolko Christian Lasar (v.l.) und Ludger Schroer von der Bürgerinitiative am neuen Standort des Funkturms Foto: fnf

Bürgerinitiative erfolgreich

Ahrensburg Nur ein paar hundert Meter von Wohnhäusern im Waldgut Hagen entfernt wollte ein Mobilfunkanbieter in Ahrensburg einen Funkturm installieren. Gegner sammelten binnen kürzester Zeit 1.000 Unterschriften und erreichten eine Überplanung des Projektes. Ein Mobilfunkkonzept, mit dem ein befürchteter „Wildwuchs“ von Funktürmen verhindert werden soll, wird es allerdings nicht geben.

Furcht vor Strahlung


„Es ist ein Kompromiss, aber wir sind zufrieden“, sagt Bolko Christian Lasar, Sprecher der Bürgerinitiative Funkturm. Juristisch saß die Bürgerinitiative am kürzeren Hebel. „Eigentlich hätte die Telekom nicht einmal mit uns sprechen müssen. Das muss man schon hoch anrechnen“, findet Lasar. Das Unternehmen hatte nach dem Bürgerprotest eingelenkt und sich mit einem neuen Standort für den geplanten Funkturm einverstanden erklärt. Dieser befindet sich auf dem gleichen Feld bei Ahrensfelder, allerdings rund 500 Meter östlich des ursprünglich angedachten Bauplatzes – und somit nicht mehr in direkter Sichtweite zur Wohnbebauung. Der Bauantrag der Telekom soll der Stadtverwaltung in den nächsten Wochen vorliegen. Nicht nur ästhetische Aspekte waren ausschlaggebend für die Anwohner, aktiv zu werden. „Es waren vor allem die möglichen Gesundheitsgefahren für Menschen und Tiere, die von der Strahlung ausgehen“, sagt Anwohner Ludger Schroer. Zudem sorgten sich die Bürger, dass der Turm in Zukunft mit weiteren Antennen ausgestattet werden könnte und die Belastung durch Strahlung weiter steigt. „Man weiß ja nicht, wie sich die Technik in den nächsten Jahren entwickelt“, so Schroer. Das sahen viele Nachbarn ähnlich. Von 100 angesprochenen Menschen hätten 99 direkt die Petition unterschrieben. „Es ging hier schließlich auch nicht um Einzelinteressen, sondern um das Gemeinwohl“, so Bolko Christian Lasar. Eigentlich wollte die Initiative den Funkturm ganz verhindern. „Aber mit diesem Kompromiss ist das Thema für uns jetzt erledigt.“
Keinen Kompromiss erfuhr die Idee eines Mobilvorsorgekonzeptes für Ahrensburg. Nach einem im vergangenen Jahr beschlossenen Antrag der CDU-Fraktion war die Verwaltung mit der Prüfung der Sinnhaftigkeit eines entsprechendes Konzeptes beauftragt worden. „Ein städtebauliches Erfordernis für ein Mobilfunkvorsorgekonzept ist aus Sicht der Verwaltung nicht erkennbar“, erklärte Bürgermeister Sarach. (fnf)
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