„Nachfrage immens hoch“

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Irmgard Sievers (r.) überreicht Jutta Schmidt eine Kleiderspende Foto:cs
 
DRK-Vorsitzender Gattermann Foto: cs

Viel los bei Kleiderkammer Bargteheide. Tag der offenen Tür am 27. September

Von Christina Schlie
Bargteheide
Die Glocke am Eingang der Tür klingelt ununterbrochen. Immer wieder betreten Menschen das Haus an der Baumschulenstraße 24. Sie bringen Tüten, Umzugskisten oder Koffer voller Hosen, Jacken, Schuhe, Bettwäsche, Haushaltsgeräte und Spielzeug. Sie wollen helfen, damit die Flüchtlinge in Stormarn mit dem Wichtigsten zum Leben ausgestattet werden können.
„Die Spendenfreudigkeit ist sehr groß“, bestätigt Manfred Gattermann. Der 65-Jährige ist der neue DRK-Ortsvorsitzende. Vor sechs Monaten hat er das Amt übernommen. Zuvor war die Stelle fast ein Jahr lang unbesetzt. Gattermann kommt aus dem Berufsleben, ist organisiert und es gewohnt, strukturiert zu arbeiten. Doch das, was gerade auf ihn und seine 108 ehrenamtlichen Helfer zuströmt, lässt sich auch für ihn nur schwer in Worte fassen. „Die Nachfrage in der Kleiderkammer ist immens hoch. Ebenso wie die Masse an gelieferten Spenden“, sagt er.

100 Bedürftige pro Tag


Bis zu 100 Menschen, überwiegend Flüchtlinge, kommen, wenn die Kleiderkammer geöffnet hat. Viele warten noch in Sommerschuhen und T-Shirt auf die Öffnung des kleinen Warenhauses. Bevor sie eingelassen werden, verteilt Jutta Schmidt Nummern an die Wartenden. „Jeder Gast wird von einem ehrenamtlichen Helfer begleitet. Sonst endet das hier schnell im Chaos“, erzählt die Leiterin der Kleiderkammer aus Erfahrung. 137 Jacken, 172 Paar Schuhe 178 Handtücher, 285 elektronische Kleingeräte, 193 Hemden hat sie allein im Juni an Spenden bekommen.
„Im Januar war es nur knapp die Hälfte an Sachen“, sagt Jutta Schmidt. Auch die Zahl der Bedürftigen hat sich in nur knapp einem Jahr verzehnfacht. „Kinderkleidung wurde noch vor einem Jahr hier gar nicht nachgefragt“, sagt Gattermann. „Jetzt waren es im Juni 180 Stücke, die verteilt wurden.“ Grund für die starke Nachfrage ist zum einen die aktuelle Flüchtlingssituation, aber auch die Tatsache, dass die Ahrensburger Kleiderkammer geschlossen wurde. Die Zunahme an Spenden stellt das DRK auch vor logistische Probleme. „Wir wissen teilweise gar nicht mehr, wohin mit den Sachen“, so Jutta Schmidt, Leiterin der Kleiderkammer. Alles wird vor Ausgabe nach Geschlecht, Größe und Jahreszeit sortiert. Meist muss das schon auf dem Fußboden passieren. Auch Regale gibt es nicht ausreichend. „Gerade bei den Schuhen ist es schwierig“, sagt Jutta Schmidt. „Deutsche Männer haben viel größere Füße. Auch sonst unterscheiden sich die Flüchtlinge von der Statur, viele seien kleiner und zarter im Körperbau.
Trotzdem sind alle dankbar für die große Spendenbereitschaft. Auch mit der Qualität der gelieferten Ware sind die ehrenamtlichen Helfer zufrieden. „Das Meiste ist gewaschen und gut erhalten“, sagt Jutta Schmidt.

Tag der offenen Tür


Manfred Gattermann ist zuversichtlich: „Wir haben alles gut im Griff.“ Die Mitglieder freuen sich, dass sich endlich jemand bereit ist, das Ruder beim DRK-Ortsverband zu übernehmen. Lange Zeit herrschte ein Entscheidungsstau, nichts ging voran. Zeit, um das Berufsleben zu vermissen, hatte Gattermann bislang noch nicht. Zum verkaufsoffenen Sonntag, 27. September, ist beim DRK Ortsverband und der Kleiderkammer, 13 bis 18 Uhr, Tag der offenen Tür.
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