Nachts in der Schule knobeln

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Die Schülerinnen Paulina (l.) und Linda hatten Granatapfelkerne als Nervennahrung dabei Foto: mso
 
Katharina Klioba unterstützt als ehemalige Schülerin die Mathenacht Foto: mso

100 Schüler waren am Gymnasium Trittau bei der „Langen Nacht der Mathematik“ dabei

Von Michael Schlosser
Trittau
Rund 100 Schülerinnen und Schüler des Trittauer Gymnasiums nahmen am vergangenen Freitag an der „Langen Nacht der Mathematik“ teil. Jede Menge Süßigkeiten und Knabberzeug, dazu Cola und andere Softgetränke haben die Jungen und Mädchen auf ihren Tischen als „Nervennahrung“ deponiert, dazwischen auch mal ein belegtes Brot. Helferin Katharina Klioba hat einen Kuchen gebacken, um die Nacht zu „überstehen“ und hofft auf die eine oder andere Tasse Kaffee. „Ich war vor zwei Jahren als Teilnehmerin der ersten Nacht der Mathematik dabei und nun schon das zweite Mal als Helferin“, sagt die 18-Jährige, die das Trittauer Gymnasium besucht hat und nun Technische Mathematik an der TH in Hamburg studiert. Katharina Klioba schlägt sich gern die Nacht in ihrer ehemaligen Schule um die Ohren. „Die Mathe-Nacht ist eine tolle Sache, die Schule hat hier etwas ganz Großartiges auf die Beine gestellt.“
Fast 100 Mädchen und Jungen, von der 5. Klasse bis hin zur Oberstufe, hatten Lust, ihren Freitagabend im Trittauer Gymnasium zu verbringen und rechnen und knobeln, die ganze Nacht über. Das Gymnasium ist eine von mehr als 300 Schulen aus ganz Deutschland, die an der „Langen Nacht der Mathematik“ teilnimmt. Die Kinder rechnen in ihren jeweiligen Klassenstufen und müssen in der ersten Runde zehn unterschiedliche Aufgaben lösen. Erst wenn alle Aufgaben korrekt auf der Internetseite eingegeben sind, bekommen die Teilnehmer die Freigabe für die zweite Runde. Auch hier müssen wieder zehn Fragen beantwortet werden. Sind auch diese komplett richtig, erhalten die Schülerinnen und Schüler ein drittes Paket. Dieses wird dann nicht mehr mit dem Jahrgang gelöst, sondern in Gruppen. Fünf Schülerinnen und Schüler bilden ein Team. „Rund 30 Prozent unser Kinder halten durch“, sagt Michaela Geyer. Die Mathe- und Sportlehrerin des Gymnasiums organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit ihrem Kollegen Jörg Berger. „Hier darf jeder mitmachen, der möchte. Diese Nacht soll ja auch die Lust an der Mathematik fördern“, erläutert Michaela Geyer. Nach einem langen Schultag muss auch die Lehrerin an diesem Abend freiwillig „nachsitzen“.
„Doch das ist schon in Ordnung und macht Spaß. Auch den Schülern gefällt es. Wir mussten bislang aus disziplinarischen Gründen noch niemanden nach Hause schicken“. Das Interesse an der Teilnahme ist riesig. In den 5., 6. und 7. Klassen muss eine Entscheidung per Los getroffen werden, wer bei der Mathenacht mitmachen darf, in der Oberstufe gehen dann nur noch die „Spezialisten“ ans Werk. Die zwölfjährige Linda aus der 6e ist bereits das zweite Mal dabei. „Im vergangenen Jahr nahm ich eigentlich nur daran teil, weil ich hoffte, meine Note in Mathe zu verbessern. Doch dann hat das richtig Spaß gemacht und nun wollte ich wieder hin“, erzählt sie. Am Ende gewann die damalige 5. Klasse des Gymnasiums den Wettbewerb sogar. Auch Lindas Freundin Paulina ist wieder dabei. Die beiden Mädchen haben sich in diesem Jahr etwas professioneller vorbereitet und geben den Mitschülern genaue Anweisungen, wie sie an die Aufgaben herangehen sollen. „Ein bisschen chaotisch ist das alles. Für die erste Runde haben wir über eine Stunde benötigt“, sagt Linda. Vorbildlich ist auch ihr Proviant für die Nacht. Neben ausreichend Tee hat das Mädchen auch Granatapfelkerne als „Wegzehrung“ dabei. Es war eine wahrhaft lange Nacht im Trittauer Gymnasium. Bei etlichen Schülern ließ im Laufe des Abends die Konzentration nach, sie zogen sich in die vorbereiteten Schlafräume zurück oder schauten ein paar Filme im extra eingerichteten „Kinoflur“. Doch der harte Kern beschäftigte sich nicht mit Superhelden oder Trickfilmfiguren, sondern mit Zahlen, rechten Winkeln und allem, was die Mathematik zu bieten hatte.
Die Ergebnisse der „Langen Nacht der Mathematik“ werden nach der Auswertung der dritten Runde in den kommenden Tagen erwartet. Die nächste Mathenacht findet am 18. November 2016 statt.
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